Jacob & Wilhelm Grimm und Lara C. Hannemann
Der Zaunkönig und der Bär

Oldenburg: Desina 2008

www.desinaverlag.de

ISBN 978-3-940307-07-1
32 Seiten * 12,90 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Ein allerliebster kleiner, tapsiger Bär, der wohl noch nicht viel von der Welt gesehen hat, ist Mittelpunkt der Geschichte, denn eine vom ihm ausgesprochene Beleidigung ist der Grund für einen Krieg. Alles, was fliegt, verteidigt die Ehre des Zaunkönigs in einer Schlacht gegen Bär, Wolf, Fuchs, Reh, Kälbchen usw. Eine List entscheidet die Schlacht ohne Blutvergießen.

Hornissenstich

Eine liebevolle und „edle“ Aufmachung des Buches führt uns in den Kampf der fliegenden gegen die Landtiere. Ausgangspunkt ist die Beleidigung, die der Bär den Kindern des Zaunkönigs angedeihen lässt. Wenn einer König ist, so hat er auch einen Palast zu besitzen. Und die Brut von einem angeblichen König, die in einem erbärmlichen Nest groß gezogen wird, mag wohl „unehrlich“ genannt werden.

Da wir uns in einer Zeit befinden, da die Brüder Grimm schrieben und Begriffe wie „seine Kinder ätzen“ oder „das Loch in Acht nehmen“ verwendeten, ist die Unehrlichkeit eine wohl schlimme Beschimpfung, die nach Vergeltung ruft. Der Krieg ist allerdings nach einer „Schlacht“ bereits beendet, der Bär tut „Abbitte“, und die jungen Zaunkönige „machten sich lustig bis in die späte Nacht hinein.“ Auch wenn das Sieger nicht tun sollten, so ist es doch verständlich, wenn der Streit zwischen einem kleinen Zaunkönig und einem großen Bären zugunsten des ersteren entschieden ist.

 

Lara C. Hannemann zeichnet in ihrer bekannten Art in Brauntönen. Die Tiere werden in die Landschaft gesetzt, sodass viel Raum bleibt. Ihr Bär ist so gar nicht bösartig, eher jung und knuddelig und liebenswert, aber – wie Bären eben so sind – auch ein bisschen tapsig und wohl auch unbedacht. Er ist kaum größer als der Wolf, der ihn auf den Weg „Zaunkönig = König der Vögel“ bringt. Eine Seite füllt jeweils ein rechteckig geschnittenes Bild, die andere zeigt den Text, der mit zarten Bildern, die an Girlanden erinnern und fast symmetrisch sind, umrahmt ist. Nackte Bäume mit ersten Blättern bringen die Geschichte zeitlich in den frühen Lenz, in dem sich neues Leben entwickelt und sich auf einen warmen Lebensabschnitt freut.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en