Malin Schwerdtfeger & Isabel Pin:
Die Kürbiskönigin

Berlin: Bloomsbury bei BerlinVerlag 2008

www.berlinverlage.de

ISBN 978-3-8270-5315-2
38 Seiten * 12,90 € * ab 06 Jahre

 

 

 

 

Frühes Mittelalter bei uns, in Japan lebt Abe no Seimei. Ihm wird die Geschichte aus der Zeit nachgesagt, als Menschen und Geister noch zusammen lebten. Der König züchtet leidenschaftlich gern Gemüse. Sein Kürbis wird so groß, dass ein Mensch darin Platz findet. In der Tat hört Hiro, einer der Wächter des Kürbisses, ein Klopfen und Stimmen aus dem Inneren.

Zauber

Der König hatte versprochen, das Mädchen zu heiraten, wenn sie ihm nur Samenkerne von ihrem Kürbis gäbe, was sie daraufhin auch tat. Er aber ließ nichts mehr von sich sehen oder hören, sodass das Mädchen vor Kummer starb und zu einem Geist wurde, der diese Welt nicht verlassen kann.

Mittelpunkt und verbindendes Glied innerhalb der Geschichte ist Hiro, verantwortlich für das Notieren der Temperatur der Kürbisschale. Er ist es, der zuerst das Klopfen und Rufen hört, er wird zum Zauberer geschickt und muss diesen überreden, den Geist aus dem Kürbis zu vertreiben. Entdeckt wird allerdings, dass der König sein Wort gebrochen hat und auch jetzt nicht bereit ist, den Geist des Mädchens zu heiraten. Die Geschichte geht dennoch einigermaßen gut aus, und das hat damit zu tun, dass Hiro sich in jedes Mädchen verliebt.

 

Die Sprache folgt einerseits unserer Märchensprache, andererseits transportiert sie auch das Exotische aus Japan. Isabel Pin kommt mit ihren Bildern über eine Welt, in der Turbane getragen werden, in die, in der man weiße Kegel als Hut trägt. Sie beschränkt sich dabei auf wenige Einzelheiten in ihren ganzseitigen Bildern. Der Baum im Garten des Zauberers trägt Grün nur an den drei roten Äpfeln. Das Rot findet sich wieder im Dach eines Hauses ohne Wände, getragen von vielen Holzsäulen, der Text spricht von „Hunderten“. Während sie Hiro proportioniert zeichnet, haben die anderen Figuren sehr kleine Hände und Füße, das Gesicht des Zauberer gleicht einer flächigen Papiermaske, der Wald besteht aus wenigen dicken Stämmen und zarten Keimlingen. Eine schöne geheimnisvolle Welt, die der Welt aus dem Text in nichts nachsteht.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en