Angela Wenzel:
13 Künstler, die du kennen solltest

München: Prestel 2008

www.prestel.de

ISBN 978-3-7913-4040-1
48 Seiten * 12,95 € * ab 06 Jahre

 

 

 

 

Die Welt der Kunst auf 13 Menschen zu beschränken, das ist ein Unterfangen! Die Künstler werden chronologisch vorgestellt, die meisten erhalten zwei, einige auch nur eine Doppelseite. Das ist der (gelungene) Versuch, ein Konzentrat zu bilden in der Auswahl und in deren Bedeutung. Wer mehr kennt oder kennen lernen will – kein Problem. Aber diese 13 „solltest du [wirklich] kennen“.

Kunstkonzentrat

1452 ist ein Datum, mit dem wir geschichtlich das Mittelalter verlassen und die Neuzeit beginnen. Es ist das Geburtsdatum von Leonardo da Vinci, dessen Leben eben diese Grenze von 1500 überschreitet, und dem wir noch heute mit großer Hochachtung begegnen ob seines Allgemeinwissens, seiner Neugier, seines Forschungsdrangs und seiner Hinterlassenschaften. Ihm verdanken wir die Mona Lisa, das Abendmahl und den vitruvianischen Menschen sowie unzählige Erfindungen, die oft wegen fehlender Vorkenntnisse noch Utopien waren. Ihn darauf zu beschränken heißt, ihn zu reduzieren. Das müssen wir dennoch in diesem Versuch, denn 12 weitere warten. Über Jan Vermeer, von dem nur wenige Meisterwerke erhalten blieben, geht es über Claude Monet zu Henri Rousseau zur ersten Frau, nämlich Mary Cassatt.
Wer? Eine Amerikanerin (im 19. Jahrhundert und auch noch mit Erfolg) in Paris? Angela Wenzel will offensichtlich auch Frauen einordnen in diese 13 wichtig(st)en, und Frida Kahlo, die zudem lange unter Diego Rivera abgelegt wurde, allein war ihr wohl nicht genug.
Wir haben überschlagen: Vincent van Gogh, Henri Matisse, Paul Klee, Franz Marc, Pablo Picasso und Marc Chagall. Es folgt nach der Leidensgeschichte von Kahlo nur noch ein Künstler, der zu den Reichen seiner Zeit einst gesagt haben soll: „You’ve got the money, and I’ve got the style.“ Berühmt wurde er mit der Abbildung der Dose einer Tomatensuppe, die millionenfach in den USA verkauft wurde. Der erste „Pop-Artist“, der Triviales in die Welt der Kunst einführte (wenn wir nicht Breughel oder andere schon dazu zählen wollen).

 

Über die (verwerflichen) Auslassungen werden wir hier nicht rezensieren, denn die sind bei der Begrenzung unvermeidlich. Aber einige Bemerkungen zur Präsentation sollten noch gemacht werden: Jedem Künstler ist auf der Doppelseite eine Zeitleiste abgedruckt. Die markierten Zahlen sind im Fünf-Jahres-Rhythmus markiert und kennzeichnen geschichtliche Daten, um das Leben der Person in einen Rahmen zu setzen: 1492 – Christoph Kolumbus entdeckt die Neue Welt / 1914-1918 – Erster Weltkrieg / 1931 – Klee geht an die Kunstakademie in Düsseldorf usw.
Die Doppelseiten selbst sind vielfältig untergliedert: Lebensdaten, Bilder, Beschreibungen von diesen, kurze biografische Schnipsel, Anmerkungen, Tipps, Hinweise zum Weiterlesen.

 

Wer mit dem Lesen im einbändigen Lexikon groß wurde, wird diese Konzentration begrüßen, die anderen werden auf fehlende Personen und Meilensteine hinweisen. Der Titel allerdings bleibt: 13 Künstler, die du kennen solltest. „Mehr“ heißt ja nicht: schlechter.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en