Axel Scheffler & Julia Donaldson:
Stockmann

Aus dem Englischen von Wigald Droste & Stefan Maelck

Weinheim: Beltz 2008

www.beltz.de

ISBN 978-3-407-79375-1
32 Seiten * 12,90 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Er sieht aus, wie ein Stock, fast nur ein Stöckchen. Und wie ein solches, apportiert es ein Hund, werfen Kinder es in den Bach, wird es auf den Kaminholzstapel gelegt. Aber Stockmann ist ein Lebewesen mit Frau und Kindern, die zu Hause auf ihn warten.

Das andere Leben

Der Text erzählt in gereimten Zweizeilern (in der Übersetzung nicht immer im Metrum) vom aufregenden Leben Stockmanns. Beim Frühsport wird er für ein Stöckchen gehalten, das der Hund seinem Herrchen bringt, damit dieser mit ihm Hol-den-Stock spielt. Gottseidank landet er auf dem Rasen mit dem Schild „Hunde an die Leine nehmen“. Stockmann kann fliehen. Jedoch kommt er nicht weit. Kinder werfen ihn in den Bach, der Schwan benutzt ihn als Teil seines Nestes. Dann wird er nacheinander kleiner Fahnenmast, Ritterschwert, Wanderstock, Sandmalstift, Bogen, Baseballschläger und Bumerang. Es wird Winter, er dient zunächst als Schneemannarm, um dann zum Feuerholz am Kamin gelegt zu werden. Doch von da an wendet sich das Blatt.

Es ist eine sehr passive Rolle, die Stockmann spielt, spielen muss. Jeder meint, dass jener etwas anderes sei, zu etwas nutze, was ihm aber gar nicht ansteht. Erst als Stockmann selbst handelt, ändert sich sein Schicksal.

 

Eine einfache Geschichte, die Axel Scheffler in seiner unnachahmlichen Art in Bilder verwandelt. Wir werden von nun an niemals mehr einen Stock auf der Erde liegen sehen, ohne dass wir genau hinschauen, ob es nicht ein „Stockmann“ ist. Es gehört nicht viel dazu: Körper, vier Glieder, knorrige Nase, zwei Blätter als Haar. Vielleicht schauen wir dabei auch genauer in die Umgebung, entdecken Schnecke, Schmetterling, Ente, Frosch und Eichhörnchen und Fuchs, sehen im Frühling die Pflanzen sich öffnen, im Sommer die Rosen blühen und im Herbst das Laub sich färben. Fast einen ganzen Jahreskreis leben wir mit Stockmann und seinen Abenteuern.

Wollen wir uns eine Familie basteln?

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en