Renate Raecke & Monika Blume (Hg) & Gerda Raidt:
Schnick Schnack Schabernack

Hildesheim: Gerstenberg 2008

www.gerstenberg-verlag.de

ISBN 978-3-8369-5198-2
144 Seiten * 22,90 € * ab 01 J.

 

 

 

 

„…fällt er in die Hecken / kitzeln ihn die Schnecken“ ist die Zeile, die man meist vergisst, vergaß. Fast alle der ca. 150 kurzen Kinderreime für die Klein(st)en haben eine zusätzliche Arbeitsanweisung, damit der Erwachsene auch weiß, welche Bewegungen zum Reim passen und dem Kind hilft, sich in der noch so unbekannten Welt ein bisschen besser zurechtzufinden. Eine sehr hilfreiche Sammlung – auch um das Vergessen guter Traditionen zu verhindern.

Kinderreime

Wochentage lernen, Abzählen, mit schlechtem Wetter umgehen, Schmerz ertragen und vertreiben, Berufsaufgaben erfüllen, Lieder singen, Koordination üben – der Aufgaben sind ebenso viele wie die Angebote, sie mit dem Kind zu spielen.
Die beiden Sammler- und Herausgeberinnen gliedern die ca. 150 Kinderreime in fünf große Kapitel, die sie per Inhaltsverzeichnis noch jeweils weiter unterteilen. Falls man etwas Vergessenes sucht, schaut man aber am besten auf die Zweittitel: „Spiele mit allen Körperteilen, Verse beim Essen, Spiele mit Fingern, Feste feiern, Zaubersprüche“ usw. Da wir wissen, dass das Lernen und Sich-zurecht-finden im Leben auf frühkindlichen Erfahrungen aufbaut, müssen wir dafür sorgen, dass die Kinder mit ihrem ersten Schrei im Leben damit groß werden. Sie müssen mit der Nutzung der Sprache Stück um Stück lernen, sich ihr Leben zu erobern.

Neben dem gesammelten „Volksgut“ gibt es kleine Gedichte, Limericks, Unsinnverse, Sinngedichte von bekannten Autoren (ein Verzeichnis der Autoren und Quellen am Schluss des Buches; dort ist auch ein alphabetisches Verzeichnis der Titel bzw. Anfänge zu finden) und vor allem auch die Noten zu den abgedruckten Liedern. Diese sind sowohl in der Tonhöhe singbar als auch mit der Gitarre zu begleiten, wobei hier darauf geachtet wurde, dass man sich auf die drei Grundharmonien beschränkt. Selten einmal eine Wechseldominante oder parallele Moll-Tonart. Ungünstig sind für Gitarren-Anfänger Lieder in F (oder auch in C, falls die Subdominante gebraucht wird), hier hätte man sich der Einfachheit halber auf G- und D-Dur beschränken sollen.

Zum Schluss noch ein Wort zu den farbigen Illustrationen, die auf fast jeder Seite die kurzen Texte angenehm begleiten. Gerda Raidt zeichnet mit Bleistift und färbt anschließend die Flächen mit zarten Farben. Sie experimentiert nicht, bleibt sehr zurückhaltend. Eine Pendeluhr zu „Morgens früh um sechs“, die Titanic im Hafen zu „Fährt ein Schiffchen übers Meer“, ein Vogel bringt den Erste-Hilfe-Koffer zu „Heile, heile Gänschen“.

Die Eltern werden schnell merken, dass sie das Buch für einzelne Reime nutzen und diese – mit ihren Kindern zusammen – auswendig lernen. Ein wesentlicher Teil der Nutzung besteht in der Wiederholung. Jede Woche darf etwas Neues dazu kommen – oder das Buch auch gemeinsam gelesen / angeschaut werden, bis die Aufnahmefähigkeit erreicht ist.

 

Ein echtes „Hausbuch“, das gern auch an die eigenen Kinder für die Enkel weiter gegeben werden darf.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en