Maria Schule:
Wie Hund und Kater

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2008

www.atlantis –verlag.ch

ISBN 978-3-7152-0577-9
32 Seiten * 13,90 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Sie leben zusammen, vertragen sich nicht nur, sondern verstehen sich mit Worten wie auch wortlos, der Kater und der Hund. Erst als ihnen jemand sagt, dass das gar nicht geht und jeder das wüsste, kommt der erste Streit, der auch gleich zur Trennung führt. Und? Wie sieht ’s woanders aus?

Gleich und gleich gesellt sich gern

Der Text ist ein bisschen holperig, die Wendungen der Geschichte nicht immer logisch. Das Sprichwort gilt für „Hund und Katze“, die beiden sind aber „Hund und Kater“. Das hätte eine ganz andere Geschichte werden können! So wird für beide je lediglich aufgezeigt, dass das Zusammenleben in anderen Partnerschaften auch nicht funktioniert. Das wiederum wird als Grund genommen, dass Hund und Kater es noch mal miteinander versuchen wollen.

Gut, Kinder „lesen“ nicht so kritisch, haben aber dennoch ein Anrecht auf eine „gute“ Geschichte wie auf ebensolche Bilder. Maria Schule erzählt von Tieren, lässt diese aber wie Menschen leben und zeichnet sie entsprechend. Das kann nicht immer gelingen: Der Schwanz des sich empörenden Katers wird zu einem Staubwedel; die vier „Finger“ halten mit imaginärem Daumen die CD; dass ein Röntgenbild eines Hundes eine verschluckte Schiedsrichterpfeife zeigt, wird nicht erklärt; die zu reparierenden Computer sind aus der Anfängerzeit der PCs (zwei Diskettenlaufwerke, elf Zoll Bildschirme, mehr tief als breit und hoch); ein Anker als Griff eines Spazierstocks dürfte eher Verletzungen erzeugen als Bewunderung erzielen. Eher witzig dagegen ist die Rotkäppchen-Puppe des Wolfskinds.

 

Dabei ist unbestritten, dass Maria Schule zeichnen und malen kann. Der erste Eindruck ist sogar ausgesprochen positiv: gelungener Aufbau, stimmige Perspektiven und Farben, die den Stimmung entsprechen, guter Einsatz von Licht. In viele Bilder steckt sie viel Detailarbeit, andere dagegen erscheinen unfertig. Sinnvoll wäre beim nächsten Buch eine Trennung von Autor und Illustrator und ein sorgfältiges Lektorat.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en