Oliver Jeffers:
Der Weg nach Hause

Aus dem Englischen von Mirjam Pressler

Weinheim: Beltz 2008

www.beltz.de

ISBN 978-3-407-79372-0
32 Seiten * 12,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Kurz nachdem der Junge auf dem Sichelmond notlanden musste, folgt ihm der Junge vom Mars nach. Erstens ist jetzt niemand mehr allein mit seinem Problem, und zweitens helfen sich die beiden gemeinsam bei der Reparatur ihrer Maschinen.

Ein Freund, ein guter Freund

Er wundert sich gar nicht, der Junge, dass er plötzlich in seinem Schrank ein Flugzeug findet. Gerade will er sein Ruderboot nach dem Ausflug auf dem Meer dort verstauen, da steht es da und wartet auf ihn und einen erneuten Ausflug. Er nimmt die Aufforderung an.
Der Junge ist eher ein Rechteck mit Streichholzbeinen und ebensolchen Armen. Ein runder Kopf mit gekrümmtem Nasenstrich, zwei Punkte als Augen. Fertig. Keine Haare. Sein Freund vom Mars ist ähnlich groß; allein die grüne Hautfarbe (das giftgrüne Vorsatzpapier gab schon erste Hinweise) kontrastiert gut zum roten einmotorigen Propellerflugzeug des Jungen.

Wie selbstverständlich geschehen die unmöglichsten Dinge, die Realität ordnet sich der Geschichte unter. Mit Logik darf man nicht kommen, wenn es sich um keimende Freundschaft und gegenseitige Hilfe geht.

 

Oliver Jeffers gestaltet die Bilder in Mischtechnik. Gern wird die Pastellkreide anschließend noch einmal feucht gemacht, die Konturen mit feinem dunklen Stift nachgezeichnet. Oft verzichtet er auf einen Horizont, bleibt in der Gestaltung sogar in der Fläche. Wunderbar, wie er die Verlorenheit in der Weite des Universums am Rande des Vergessen-Werdens malt und auf die andere Seite das gemütliche Heim mit den braunen schweren und gemütlichen Sesseln vor dem Fernseher setzt. Da ist das Marskind gleich noch einmal so einsam.

 

Und, wie wird die Geschichte weitergehen, nachdem die beiden sich in verschiedene Richtungen je nach Hause entfernten? Auch da hat Jeffers eine schöne Idee, die sogar einem kitschigen Happy-End entkommt.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en