Lena Kugler & Hermann Hülsenberg:
Chanuk-Katz

Frankfurt: Fischer Schatzinsel 2008

www.fischerschatzinsel.de

ISBN 978-3-596-85276-5
32 Seiten * 12,90 € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Eine kleine Geschichte über das Chanukka Fest aus der jüdischen Tradition. Ruth möchte so gern eine Katze haben, und just während der achttägigen Feiertage geschieht das Wunder! Wie lange kann sie die Katze vor ihren Eltern verstecken?

Chanukka heißt „Einweihung“

Es ist die Zeit, in der in anderen Stuben der Weihnachtsbaum geschmückt wird. Im Haus, in dem wir uns jetzt befinden, wird dagegen für acht Tage ein neunarmiger Leuchter, die Chanukkia, ins Fenster gestellt. Jeden Tag wird eine neue Kerze zusätzlich angezündet. Wie in vielen Kulturen soll der dunklen Zeit mit Licht begegnet werden, damit die Hoffnung auf die Leben spendende Sonne nicht stirbt. „Die Nacht springt immer früher in den Tag hinein“, schreibt Lena Kugler in ihrem – meist gereimten – Text.
Die Kinder machen das, was früher wohl auch anderswo gemacht wurde in der Vor-Nintendo- und Vor-Computer-Zeit: Kreisel (Dreidel) drehen, Geschichten nachspielen (Befreiung des Großen Tempels durch die Makkabäer), Latkes (Kartoffelpuffer) oder Sufganiot (Krapfen) herstellen und essen sowie die kleinen geschenkten Süßigkeiten verspeisen. Dass Ruth vor ihrem Fenster eine Katze findet, diese sich auch sofort zu ihr hingezogen fühlt und sich vor den Eltern versteckt, darf getrost als „Wunder“ angesehen werden, bei dessen Gelingen die Familie allerdings nicht ganz unschuldig ist.

Eine vierseitige Sach-Information beschließt das Buch.

 

Die Illustrationen sind gewöhnungsbedürftig. Mt breitem Pinsel und unter Verzicht auf Einzelheiten malt Hülsenberg so, wie es Kinder noch konnten bevor sie „verbildet“ wurden. Das ist gewiss nicht einfach, aber es beeindruckt Kinder in keiner Weise und Erwachsene auch nicht. „Das kann ich viel besser!“ war das einhellige Urteil der Kinder, die sich die Bilder anschauten. Hinter so einer Kritik verblasste auch der Inhalt.

 

Ein lobenswerter Versuch, anderen die eigenen Kultureckpunkte zur Kenntnis und zum Verständnis zu bringen, ist hier leider nicht gelungen.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en