Noé Carlain & AnnaLaura Cantone:
Pups macht das Mammut

Aus dem Französischen von Kathrin Jokusch

Hildesheim: Gerstenberg 2008

www.gerstenberg-verlag.de

ISBN 978-3-8369-5203-3
52 Seiten * 12,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Die Laus tut es, das Schwein tut es, das Eichhorn auf dem Ast tut es, nur vom Menschen hör’n wir nichts Gutes, denn Pupsen dürfen wir nicht (sagt Mama). Das Buch handelt in kurzen Reimen davon, was passiert, wenn die Tiere es wirklich tun, pupsen nämlich.

Südwinde

Der Text jeder Seite besteht aus einem gereimten Zweizeiler. Das ist eine echte Herausforderung für die Übersetzerin, denn die Tiere sind per Bilder vorgegeben, und wenn sich im Französischen ein Reim anbietet, so muss das im Deutschen noch längst nicht sinnvoll sein. So gibt es auch den einen oder anderen unechten Reim (Kolibri – Melodie / Pavian – Luft an / Zebra – Rockstar / vorsichtig – kuschelig), obwohl sie auch Auswege findet: Die erste Zeile endet nicht auf Mammut, sondern auf Wiese (- Brise).
Jedes Tier mit Verdauung, wie der Mensch sie kennt, und sei das Wesen noch so groß oder klein, welches Element es auch bevölkert, muss diesem Buch nach also Pupsen. Die Frage wird zwar nicht gestellt, aber sie steht natürlich im Raum: Warum soll der Mensch, der doch manchmal sogar wunderbar laut und auch geruchsvoll pupsen kann, das eigentlich nicht machen? Frage nicht gestellt, Antwort nicht gegeben.

Die Bilder warten mit einer Besonderheit auf, denn die Originale haben je eine Nähmaschine durchlaufen, manchmal ohne Faden, nur gelöchert, manchmal im Geradeaus- oder auch im Zickzackstich. Einige Accessoires wie Briefmarken, Gaze, Stoffreste, Kleidungsanhänger oder schmale Schnüre sind aufgeklebt. Zusätzlich sind die Blätter mit aufgemaltem Muster versehen, schmale Linien umfahren die Ränder der Tiere und Gegenstände. Auf „richtige“ Perspektive wird wenig Wert gelegt, die Tiere oft überzeichnet, fast als Karikatur dargestellt. Die Pupse sind je dunkle Krakelaturen, der Herkunftsort oft sehr deutlich dargestellt.

 

Durch die bloße Hintereinanderreihung und je dem gleichen Schema – jedoch ohne Wiederholung – folgend, wird das Buch leider schnell langweilig. Die oben genannten Besonderheiten fallen Kindern nicht besonders ins Auge und auch der Hinweis darauf führt nicht zu mehr Interesse. Das Thema ist somit schnell abgehakt, ein erneuter Griff zu dem bereits einmal vorgelesenen Buch dürfte eher selten sein.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en