Jostein Gaarder & Peter Schössow:
Jonathan und die Zwerge aus dem All

Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs

München: Hanser 2008

www.hanser.de

ISBN 978-3-446-23089-7
48 Seiten * 12,90 € * ab 05 Jahre

 

 

 

 

Planetentausch? Die gelben Zwerge vom Planeten Sykk sind jedenfalls ganz vernarrt in die Erde, auf der es diese wunderbaren gelben Bananen gibt. Alle menschlichen Wesen der Stadt sind bereits zum Abtransport an Bord ihres Raumschiffs, alle, bis auf Jonathan.

Das Unmögliche am Rand des Möglichen

Die Ingredienzien der Geschichte sind: eine Bananenschale auf dem Fußboden, ein Würfel, ein Würfelspiel mit Leitern und Zwergen, ein abstraktes Bild über dem Sofa, eine Packung Syxx-Kekse. Sie beginnt textlich mit Jonathans Ankunft nach der Schule zu Hause. Noch ist niemand sonst da. Überhaupt ist es seltsam leer auch in der Umgebung. Es fahren keine Autos, man hört keinen Kinderlärm, im Supermarkt ist keine Menschenseele. Als ob das alles noch nicht reicht, entdeckt Jonathan auf der Innenseite der Bananenschale, die er gerade abschält, eine Inschrift: „Hüte dich vor der gelben Gefahr!“ liest er.
Die Geschichte wird immer verworrener, undurchsichtiger. Der Würfel des gelben Zwergs, den Jonathan auf dem Parkplatz sieht, ist gezinkt, zeigt ausschließlich Sechsen und wartet, wie er sagt, auf eine Sieben. „Wenn ich mich … am Rand des Möglichen aufhalte, dann bin ich auch nicht weit weg von der Grenze zum Unmöglichen.“ Die gewürfelte Sieben ist es, die den Planetentausch noch verhindern und die Menschen in dem startklaren Raumschiff befreien könnte. Stattdessen fährt der Zwerg Achten mit dem Fahrrad, die in liegender Form auch das Zeichen für „Unendlichkeit“ bedeuten.

Die Illustration beginnt mit drei Bildern vor der Geschichte, die man erst am Schluss, der hier natürlich nicht verraten wird, richtig zuordnen kann. Schössows „Mal“stil hat einen hohen Wiedererkennungswert. Seine Figuren wie die Umgebung sind mit dem Computer hergestellt, sehr unwirklich durch die Sauberkeit der Farben, denen man das Fehlen eines Pinsels ansieht. Hervorragend, wie der Lichteinfall und leichter Schatten auch nicht die Idee von fehlendem Raum aufkommen lassen, auch wenn der Gesamteindruck immer künstlich ist.

Eine irreale Geschichte, die einige philosophische Fragen aufwirft, die Kinder durchaus begreifen können. Eine witzige Geschichte mit vielen Hinweisen, die wir aber erst zum Schluss deuten können. Aber auch, wenn man das Ende kennt, kann man die Geschichte sich mehrmals vorlesen lassen – oder gern auch selbst lesen, wenn man mindestens in der dritten Klasse ist.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en