Heinz Janisch & Wolf Erlbruch:
Der König und das Meer

München: Sanssouci bei Hanser 2008

www.hanser.de

ISBN 978-3-8363-0118-3
48 Seiten * 10,00 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

„21 Kürzestgeschichten“ steht im Untertitel und treffender sind die geschriebenen Gedanken von Heinz Janisch nicht zu formulieren. Obwohl keine oder kaum Handlung angeboten wird, geraten wir Leser von Mal zu Mal mehr ins Nachdenken. Die gezeichneten und ausgeschnittenen Figuren ohne Hintergrund tun ein Übriges. Für jedes Alter sehr zu empfehlen.

Ein bisschen Stutzen und Nachdenken

Der König spricht mit dem Meer, mit der Katze, mit dem Eichhörnchen. Einige antworten ihm, andere zeigen ihm (und damit uns), dass er nachdenken muss, wird oder wenigstens nachdenklich.

Das (Vor-) Lesen der Texte dauert nur wenige Augenblicke, das Behalten und Nachdenken ist nachhaltig. Janisch gelingt es immer wieder, Alltagsmomente so aufzubereiten, dass es sich lohnt, inne zu halten, wie es der König selbst ein ums andere Mal macht.

Obwohl Herrscher über Alles, bemerkt er oft ein bisschen erstaunt, dass seine Macht eben nicht all umfassend ist. Der Katze ist heute die Sonne der König, der Schatten passt auf, dass der König nicht auf dumme Gedanken kommt, und der Regen sagt, dass alles rostet – auch ohne seine Feuchtigkeit. „Dann will ich mich wenigstens von dir erfrischen lassen.“ Ja, das Gesicht in den strömenden Regen halten – wann haben wir das zuletzt gemacht?

 

Text und Bild benutzen je eine Doppelseite. Erlbruch zeichnet seine Figuren auf bedrucktem Papier, skizziert mit zwei Strichen ein Auge, kritzelt rote Nase, Wange, Ohr und einen geschlossenen Mund, die Arme sind auf dem Rücken verschränkt – auch hier mit nur zwei Linien angedeutet. Ein hoher Wiedererkennungswert zeichnet seinen König aus – und das liegt nicht nur an der flächigen dreizackigen gelb-goldenen Krone.

 

Ein wunderbares Geschenkbuch für alle Fälle und jedes Alter.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en