Helga Bansch:
Mäuseplage

Wien: Jungbrunnen 2008

www.jungbrunnen.co.at

ISBN 978-3-7026-5794-9
32 Seiten * 13,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Frau Sommer hat einen leichten Überbiss und sie kann ganz grimmig gucken. Vor allem aber mag sie keine Mäuse in ihrem Landhäuschen. Doch alle Versuche, die Tiere zu vertreiben (oder gar zu töten) schlagen fehl. Da gibt sie selbst auf und zieht in die Stadt. Beim Vogelfüttern im Winter im Park kommt ihr dann  d i e  Idee.

Mit etwas gutem Willen

Selten, dass sich Text und Illustration gegenseitig die Bälle zuspielen, wenn Texter und Illustrator ein- und die gleiche Person ist. Das mag zum Teil an den mit alten Bleistiftschriften versehenen Bilduntergrund liegen oder an den kurzen Informationstexten auf einem aufgeklebten Streifen, der mit einer alten Schreibmaschine gedruckt wurde: „Frau Sommer ist ratlos.“ oder „Frau Sommer seufzt kummervoll.“ oder „Plötzlich hat Frau Sommer eine Idee.“ Jede Doppelseite hat also so etwas wie eine Überschrift, auch wenn sie rechts unten steht.

Irgendwie hat man das Gefühl, als wenn Helga Bansch sich selbst-ironisch in der Rolle von Frau Sommer sieht und gleichzeitig ihr Herz längst an die Mäuse verloren hat. Da findet das wahre Leben statt: Großfamilie mit immensem Lebensmut bis –übermut, immer zu kleinen Streichen aufgelegt und zu neuen Mutproben bereit. Schnell stehen auch wir auf Seiten der Mäuse, auch wenn uns die einsame Frau Sommer mit ihrem jungen Kätzchen in der mehrfach kalten Stadt leid tut.

Sehr schön, wie sich erstens Frau Sommer, aber zweitens die Geschichte selbst für alle Beteiligten positiv entwickelt. Auch für uns.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en