Catherine Rayner:
Humboldt, der kleine Hase mit den großen Füßen

Aus dem Englischen von Irmtraut Fröse-Schreer

Gießen: Brunnen 2008.

www.brunnen-verlag.de

ISBN 978-3-7655-5530-5
28 Seiten * 11,95  € * ab 04 Jahre.

 

 

 

 

Im Original heißt der Hase Harris, und der „entdeckt seine Füße“. Hier heißt er Humboldt und seine Füße sind überhaupt nicht zu übersehen, so groß sind sie. Humboldt findet: „Das sieht doch doof aus!“ Er hat nicht ganz unrecht damit, aber Opa weiß, wozu sie gut sind. Und dann ist Humboldt mehr als zufrieden mit seinen Füßen.

nützlich

Man kennt das von Kindern. Es gibt eine Zeit, da scheint kein Einzelteil des Körpers zu den anderen zu passen. Alles ist zu groß, zu klein, zu ungelenk. Mit Opas Hilfe lernt der kleine Hase Humboldt seine langen Füße nicht nur zu akzeptieren, sondern sie zu mögen und auch „Danke“ zu sagen, dass sie ihn schnell fortbringen können von der Stelle, an der der Fuchs gesichtet wurde.
Ansonsten kann man damit hohe (Balz-) Sprünge üben, übermütig hoch und höher springen, hohe Berge erklettern, um die dünne Luft zu atmen, die sonst den Vögeln vorbehalten bleibt. Man kann eine Sasse im Sand buddeln, sodass man selbst bei heißem Sonnenschein ein kühles Plätzchen erhält. Man kann die Füße sogar als Sonnenschirm benutzen, wenn man auf dem Rücken liegt. Und man kann furchtbar schnell rennen, wenn es denn notwendig ist. So schnell sogar, dass Humboldt umkehren muss, um nach Opa zu gucken. Ja, solch große, starke Füße können „ihn bis ans Ende der Welt tragen ... und wieder nach Hause zurück.“

 

Catherine Rayner ist mit ihren Bildern ein großer Wurf gelungen. Ein feiner schwarzer Strich markiert die Umrisse von Humboldt, sein Inhalt wird mit Aquarellfarbe ausgefüllt. Ein ganz kleiner Punkt für das Auge, ein leicht gebogener Strich für den Mund und/oder Nase – und ein ganz liebenswertes Wesen steht (oder liegt) vor uns. Opa ist größer, mächtiger. Seine Schnurrhaare sind knitterig und sein Fell Grau bis Weiß. Er muss sich bücken, um auf der Doppelseite noch gerade ins Bild zu kommen.
Man sieht sofort: Da ist Liebe zwischen den Generationen! Während Opa zunächst noch führt und lehrt, wird Humboldt bald merken, dass seine Kräfte die von Opa weit überragen. Bisher wusste er nur noch nicht davon.
Wird er nun übermütig? Ja.

Vergisst er nun seine Herkunft? Nein, denn obwohl ihm die Welt nun offen steht, kommt er (immer wieder) zurück nach Haus. Zu vermuten ist, dass sich das erst ändern wird, wenn er ein eigenes zu Hause gründen wird. Aber das ist eine andere Geschichte, ein anderes Buch.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en