Erna Kuik:
Zwei lange, lange Ohren

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2008.

www.atlantis-verlag.de

ISBN 978-3-7152-0553-3.
32 Seiten * 13,90 € * ab 03 Jahre

 

 

 

 

Ein vermenschlichter Hase mit riesigen Ohren, die ein großes V bilden, akzeptiert eben diese im Lauf der Geschichte, ja er hebt sie sogar noch hervor, indem er ihnen einen farbigen Anzug verpasst. Seine drei Freunde erhalten sogleich auch drei Ohrenwärmer, und alle Vier bekräftigen: Was haben wir „doch für schöne lange, lange Ohren“.

die Ohren lang ziehen

Diese Ohren kann man nicht mehr länger ziehen. Immer stören sie, passen auf kein Bild, verraten den Ort beim Versteckspielen durch Hervorlugen. Unser Hase heißt Bastian, die Freunde Pip, Rose und Amos. Jene wollen draußen spielen, dieser möchte sich selbst per Spiegelblick malen. Die Ohren aber passen nicht mit drauf. Also werden sie später an das Bild angeklebt und anmalt. Das ist der Moment, wo ihm die Idee des Ohrmantels kommt, der dann auch allen Freunden so gefällt, dass sie ihre Ohren nicht nur akzeptieren, sondern im Gegenteil lieben und herausstellen wollen.

 Es gibt einen Nachteil, wenn Autor und Illustrator ein- und die gleiche Person ist: Es gibt häufig nur eine Geschichte, die doppelt erzählt wird. Alle zumeist doppelseitigen Bilder sind sehr farbig gehalten, je mit schmalem schwarzen Strich abgetrennt, die Flächen durch Übermalen oft ein wenig „verschmutz“. Kuik malt / zeichnet in Mischtechnik, benutz sowohl Stift als auch Pinsel, kratzt wohl auch mal Farbe wieder ab. Ihre Hasenfigur ist einfach gehalten, hat aber dennoch charakteristische Züge mit hohem Wiedererkennungswert. Eine kurze weite weiße Hose unter einem ärmellosen Kittel, der nur angedeutet ist durch bewusst „schlampig“ aufgetragenes Schwarz, sodass weißer Untergrund durchscheint; dazu die langen Füße, der dreieckige Kopf und die langen Ohren, unregelmäßiger als ein Baguette.

 

Eine einfache Geschichte, die Mut macht, Ideen sich weiter entwickeln zu lassen und auch die Freunde mal nicht besonders zu beachten, wenn man an eigenen Ideen werkelt. Danach kann es ja wieder zusammen weiter gehen.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en