Bruno Heitz:
Was ist da passiert?

Aus dem Französischen von Edmund Jacoby

Hildesheim: Gerstenberg 2008.

www.gerstenberg-verlag.de

ISBN 978-3-8067-5167-3.
34 Seiten.
12,90  €

Ab 03 Jahre.

 

 

 

 

Man kann sich eben nicht auf seine Augen verlassen – jedenfalls nicht, wenn man Maulwurf, Kater, Pferd oder Bulle ist. Ein- und dieselbe Situation wird mehrfach durch die Augen der verschiedenen Tiere dargestellt – wir sind aber erst nach dem Doppelblick des Chamäleons schlauer.

Augen-Blick

„Kreische-Farbe“ nannte man früher das grelle Rot-Orange des Buchumschlags. Die folgenden Seiten sind kartoniert und stellen je auf Doppelseiten eine Gartenszenerie dar. Sechs vermenschlichte Tiere spielen Karten am Tisch. Da gibt es einen großen Lärm hinter der Mauer, der alle erschreckt. Der Kater ist der erste, der nach schaut, und wir sehen mit seinen Augen ein grau-grünes Straßenbild. Im Vordergrund ist alles verschwommen.

So geht es ein ums andere Mal; das bunte Gartenbild wechselt mit den stark farb-reduzierten der Tiere. Dazu gibt es Informationen über das Gesichtsfeld und die Unfähigkeit, Dinge der Nähe zu erkennen. Die Aufgaben von Scheuklappen und der Capote, das „rote“ Tuch der Toreros im Stierkampf, werden uns klar.

 

Insofern ein tolles Sachbuch, das in Form eines Bilderbuchs daher kommt. Weniger gelungen ist dagegen die Rahmenhandlung, mehr so ein „Pflichtteil“ der Geschichte, damit die Seh-Bilder transportiert werden können. Die Vermenschlichung von Tieren an sich ist fragwürdig, und wenn dann auch noch Pferde Spielkarten in ihrem Huf halten und beim ersten Lärm der ansonsten nutzlose Bär furchtsam unter dem Tisch verschwindet während das Chamäleon in die Karten der anderen schaut ...

Da die Rahmenhandlung aber den größeren Teil der Geschichte ausmacht, muss man leider von „nicht ganz gelungen“ sprechen.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en