Maren Kiepsel & Barbara Rzepa-Leichsenring:
Die vier Glückssucher

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2008

www.atlantis-verlag.ch

ISBN 978-3-7152-0552-6
32 Seiten * 13,90  € * ab 04 Jahre

 

 

 

 

Sehr beeindruckende Bilder begleiten die Geschichte um vier Tiere, die ihr Glück woanders suchen müssen, weil sie es zu Hause nicht finden, denn jedes ist auf seine Weise einsam. Erst als sie auf die Glückstruhe stoßen, merken sie, dass sie das Glück längst gefunden haben.

Glück gefunden

Im ersten Teil wird – insofern folgt die Idee den Bremer Stadtmusikanten – eingesammelt. Die Schildkröte ist zu langsam, der Igel zu stachelig, der Maulwurf fast blind und der Hase ausgesprochen ungeschickt. Keiner der vier hat Freunde, alle sind allein. Ihrem Charakter gemäß erhält jeder seine Standard-Rede: „Immer mit der Ruhe.“, „Spitze! Gute Idee.“, „Wann sind wir da?“ und „Wie ungeschickt von mir.“
Man ist unterwegs, das Ziel heißt „Glück“. Die Vier sind ziemlich zielstrebig, so, als wüssten sie, wo zu suchen ist. Und sie finden tatsächlich eine Truhe im Wald, und es ist auch noch die Glückstruhe.

 

Mehr als die Geschichte selbst beeindrucken die großformatigen Bilder auf den Doppelseiten. Gemalt wird mit Pastellkreide auf zum Teil strukturiertem Untergrund. Die Tiere, die dabei entstehen, leben. So fein beobachtet und künstlerisch umgesetzt hat das Barbara Rzepa-Leichsenring, dass kleine Kunstwerke dabei herausgekommen sind. Im Eingangsbild sehen wir eine rot-orange farbene Landschaft, tiefer Himmel, ein Fluss, in dem sich ein Kirchturm und einige Häuser vom anderen Ufer spiegeln. Im Vordergrund die kleine Schildkröte, die auf den Hinterbeinen hockt, die Vorderbeine streckt. Der kleine Kopf ragt – leicht gesenkt – aus ihrem Haus heraus. So wartet jemand, der die Hoffnung schon fast aufgegeben hat.

Ganz anders das nächste Bild: Warme Brauntöne, eine Schildkröte, die den Igel fast umtanzt, den Kopf neugierig zurückgewandt auf den kleinen Gesell, den man fast knuddeln könnte, wären da nicht die spitzen Stacheln. Vergessen ist das einsame Warten auf was auch immer. Hier und jetzt beginnt eine neue Runde im Leben!
Dieser Optimismus setzt sich in den Bildern fort, man lacht, ist fröhlich und neugierig. Am Tag läuft man in Reihe hintereinander, am Abend hockt man eng aneinander, wärmt sich gegenseitig oder erzählt sich am Lagerfeuer Geschichten.

So müssen Bilderbücher sein.

... auf der Auswahlliste zum LesePeter Dezember 2008

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en