Werner Holzwarth & Henning Löhlein:
Ganz schön schlau, die dumme Sau

München: Edition Quinto bei Terzio 2008.

www.terzio.de

ISBN 978-3-89835-866-8.
32 Seiten.
14,90  €

Ab 04 Jahre.

 

 

 

 

Wenn jemand „Forkel“ heißt, muss er sich nicht um einen Spitznamen kümmern. Leider kommt bei Sebastian sein unglaubliches Pech dazu, sodass er bald erst „Schweinchen“ und dann „Dumme Sau“ genannt wird. Da ist der Bogen überspannt, aber das muss Sebastian selbst auch erst lernen.

Gelernt

Es gibt sie wirklich, die Pechvögel. Genau dort, wo er geht, regnet sich die kleine Wolke ab, und in den Hundehaufen tritt nur einer, genau der, der mit seinem Fahrrad in den einzigen Nagel weit und breit fährt. Kein Wunder, dass niemand mit Sebastian Kontakt haben will. Und dann soll er auch noch ins Tor beim Fußball. Aber hier wird der Bogen überspannt, denn bald darauf wird Sebastian in der Nacht vom Hofstaat des Königs Schwein heimgesucht.

Ab sofort wird alles anders. Wäre ja noch schöner, die „Majestäts-Beleidigung“ einfach so hinzunehmen! Der Hofstaat passt auf ihn auf, warnt ihn vor Bananenschalen auf dem Fußboden und gibt strategische Tipps bei Monopoly. Vor allem aber hält Sebastian den Elfmeter der gegnerischen Mannschaft, denn er ist im festen Glauben, das Tor sei „schweinemäßig“ verrammelt. Wenn’s hilft!

Gelernt hat er übrigens auch noch etwas. Das Mädchen, über deren Beine er stolpert, betitelt er nicht wie geplant mit „Du blödes Huhn“.

 

Der Illustrator Henning Löhlein zitiert mehrfach das Erfolgsbuch von Werner Holzwarth („...Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“), zeichnet selbst aber völlig anders. Sein Sebastian ist ein „Looser“, wie man heute sagt: sommersprossig, unkonzentriert und unaufmerksam. Im Hintergrund treten öfter Hund und Hase auf, immer mal wieder Bilder von Schweinen (an der Hauswand, als Wolke, als Glücksbringer in der Sporthalle, als Pantoffel unter seinem Bett), Mäuse. Die Tiere nehmen oft menschliche Züge an (Handtäschchen, Kind hinter sich herziehend), Sebastian aber bleibt irgendwie doch so wie zuvor. Auch wenn’s jetzt klappt mit dem Leben.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en