Martin Ebberts & Christine Brand:
Pech und Glück eines Brustschwimmers

Düsseldorf: Sauerländer bei Patmos 2008.

www.patmos.de

ISBN 978-3-7941-5173-8.
32 Seiten.
13,90  €

Ab 03 Jahre.

 

 

 

 

Eine wunderbar „abgefahrene“, skurrile Geschichte, die sich aus sich selbst erzählt. Außer der Botschaft „Glück gibt es, dann aber auch Pech und später wieder Glück“ gibt es nur eine: Fabulieren macht Spaß, und andere daran teilhaben zu lassen, macht noch mehr Spaß. Wir partizipieren davon.

Leben zwischen Glück und Pech

Weder dem Titel noch dem Titelbild entnimmt man den Witz. Lächerlich sieht er aus, dieser Brustschwimmer mit Kinnriemen einer gelben Badekappe, auf der zu allem Überfluss auch noch eine Schwimmbrille hochgeschoben ist. Pech und Glück dann sofort auf der ersten Doppelseite: Haifischflossen, ein Seeungeheuer, ein fliegender Fisch und diverse Möven, fast alle mit Fisch im Schnabel – und dann ein rotes rundes Schlauchboot. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer: Ein Orca, ein Killerwal also, verschluckt ihn samt Schlauchboot, was wiederum ein Glück ist, denn das Schlauchboot entlässt die Luft, was wiederum zu einem großen Rülpser führt, der unseren Brustschwimmer auf eine Insel wirft. Es folgen witzige Geschehnisse um eine Telefonzelle sowie fehlendes Kleingeld und um fehlende Briefmarken beim Schiffbrüchigen, der sich am Briefkasten festhält, um die Erfindung der Fischstäbchen und um eine glückliche Heimkehr.
Dass die Kleidung inzwischen von Spinnweben zwischen den wenigen Strandpflanzen eingewoben ist und ein kläffender Hund den Brustschimmer begrüßt, ist noch ein Tupfer auf die Absurdität der Geschichte.

Eben dieser Absurdität folgen die Bilder von Christine Brand. Der „Held“ ist absolut keiner, eher verträumter Verlierer, der gar nicht merkt, dass er kein Gewinner ist. Er nimmt die Situationen, wie sie kommen, in stoischer Ruhe. Schöne Farbspiele macht sie, zeigt Meerestiefen durch mehr oder weniger Grünanteile, Größenverhältnisse durch Weglassen oder durch totale Ausnutzung einer Doppelseite im Querformat. Ihr Affe ist eher Punk, ihr Schiffbrüchiger ist eher Las Vegas Tourist, der immer wieder auftretende Seedrachen eher running gag und der Rückenschwimmer mit Feuerzeug, das man bei den Eskimos gut zum Fensterschmelzen der Iglus benutzen kann …

Wenn dies Buch nicht dazu führt, Nebengeschichten zu erfinden oder doch mindestens mehrmals verschmitzt den Mund zu verziehen, dann muss man schon ziemlich verknöchert sein.

Kinder verstehen diesen Witz sehr gut und können ihn auch fortspinnen – wenn man sie lässt. Lassen wir sie.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en