Andrea Wayne von Königslöw & Stefan Slupetzky:
Geschichten vom Klöchen

Weinheim: Parabel bei Beltz 2008.

www.beltz.de

ISBN 978-3-7898-1108-1.
32 Seiten.
9,95  €

Ab 02 Jahre.

 

 

 

 

Eine lustige und freche Geschichte über die Reinlichkeitserziehung und die Nutzung der Toilette innerhalb der Familie mit nur einer Toilette.

Reinlichkeit

Frühmorgens. Der Sohn, der schon lesen kann, nimmt sein Buch mit auf die Toilette. Die Tür wird verschlossen. Papa kommt, gefolgt von seinem kleinen Sohn. Der sieht vielleicht verschlafen aus! Wie er da steht mit seiner Hinterherziehente, den Mund beim Gähnen weit aufgerissen, die Augen noch ganz klein: da strahlt uns die Bettwärme fast entgegen. Papas Gesicht kann man gar nicht sehen. Sein Ohr ist an der Tür, seine Pobacken sind zusammengekniffen, seine Faust hämmert gegen die Tür. Papa muss wohl ziemlich dringlich. Aber das stört weder den einen noch den anderen Sohn.

Bis zum Bild, an dem es Papa augenscheinlich aufgegeben hat gegen die Tür zu klopfen, erfahren wir eine sich im Prinzip wiederholende Geschichte mit immer ähnlichen Bildern, die erklären, warum Toiletten nichts für Tiere sind. Die Giraffe würde gar nicht erst durch die Tür passen, für Mäuse wäre das ein lebensgefährliches Unterfangen, für Elefanten eine Katastrophe und so weiter, zwölf Tiere und zwölf Doppelseiten lang, die alle ähnlich gestaltet sind. Lustige Situationen werden erzeugt und viele Kleinigkeiten geben zusätzlichen Gesprächs- und Findestoff. Am Ende hat nicht nur Papa aufgegeben, der kleine Sohn auch. Jetzt ist er wach, trägt seine Ente und er sieht ziemlich erleichtert aus. Auf dem Flurboden sieht man deutlich zwei kleine braune Häufchen. Rechts, im Badezimmer mit denkleingemusterten quadratischen Fliesen sitzt der ältere Sohn immer noch hinter seinem großen Buch. Lesen gefährdet bestimmt auch manchmal auch den Familienfrieden.

 

Papa und seine beiden Söhne tragen den gleichen Schlafanzug, die Doppelseite ist so aufgeteilt, dass der linke Teil sich auch auf die rechte Seite erstreckt. Zwei lange Linien bilden die Mauer, dazwischen eine Tür. Wir können in den schmalen hohen Raum schauen: Die Toilette hat einen Wasserkasten ganz oben, an der Kette hängt der Griff, an der Wand die Toilettenrolle. Die Toilette selbst ist ohne Deckel. Bei den Tieren ändert sich jeweils die Farbe der Quadratfliesen. Oft ist die Tür geöffnet, weil sich die Handlung drinnen wie draußen abspielt, was uns egal ist, denn wir können ja dies Buch eben weglegen und selbst mal schnell auf die Toilette gehen. Wenn da nur nicht gerade die kleine Tochter reingehuscht wäre!

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en