Rainer Maria Rilke & Isabel Pin:
Das Karussell.

Berlin: Kindermann 2008

www.kindermanverlag.de

ISBN 978-3-934029-28-6
24 Seiten
14,50  €

Ab 04 Jahre

 

 

 

 

Das bekannte Gedicht von der ewigen Wiederkehr der Tiere auf dem Karussell im Luxemburgischen Garten in Paris. Die Erwachsenen stehen, warten, sehen „dann und wann“ den weißen Elefanten, während die Kinder auf den Tieren in die Welt reisen und nur ab und an ein Lächeln herwenden.

Und dann und wann ein weißer Elefant

Zum Schluss ist das Gedicht als Ganzes noch einmal abgedruckt in seiner nicht strengen äußeren Form und den Wechseln in den Reimen. Drei Mal komm er vorbei, der weiße Elefant – „dann und wann“, mehr zufällig als erwartet nimmt ihn irgendjemand außerhalb des Karussells wahr. Von innen sieht das anders aus. Alle Tiere haben „Mut in ihren Mienen“, so, als ginge es irgendwo hin, und zwar jetzt. Wilde Tiere kommen mit und auch ein Hirsch und Pferde, vor allem, in bunten Farben. Welches mag ihr Herkunftsland sein, von dem Rilke andeutet, es würde lange zögern, bevor es untergeht?
Von außen werden die Tiere wie ihre Reiter zu Farben, verwischen sie, Kleckse, das kleine blaue Mädchen und der weiße Junge.

 

Ein mutiger Schritt, diesen Text – oft auch heute noch Pflichtgedicht in der Schule – für ein Bilderbuch zu nutzen. Bild und Text sind auf farbigem kartoniertem Papier gedruckt. Die wenigen ausgeschnittenen und aufgeklebten Figuren sind hineingesetzt in eine Fläche, erstarrt, mitten im Sprung angehalten und aufgespießt von der blauen Stange, an der sich auch mal zwei Kinderhände klammern. Mutige Kinder sind das, die auf dem Löwen reiten und nach vorn schauen oder sich mit geschlossenen Augen träumend auf ihr Pferd verlassen. Und dann sind da nur noch Farben, der schwarze Hut des Luftballonverkäufers, einige Köpfe, Augen.

 

Das Gedicht wird relativ knapp abgehandelt. Von den 24 Seiten erhalten Autor wie Illustratorin je noch eine Doppelseite für ihre Vorstellung, ganz so, als wäre eine andere Gedicht-Aufteilung mit mehr Bildern nicht sinnvoll gewesen.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en