Amy Hest & Anita Jeram:
Abenteuer mit Mischa Bär.
Drei Bilderbuch-Geschichten

Aus dem Englischen von Hans ten Doornkaat, Martina Ornberger und Gerlinde Wienarz
München: Omnibus bei Bertelsmann 2006.

ISBN 3-570-27075-0.
o.p. Seiten.
7,95  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

 

 

Wir haben Mischa Bär und wir haben Mama Bär. Es ist Nacht und / oder es ist Winter. Der Umgang der beiden miteinander ist geprägt von tiefer Liebe und Geduld und Vertrauen in den anderen. Deshalb müssen es vielleicht auch Bären sein, die die (menschlichen) Rollen spielen. Auch wenn die Bilder durch das kleine Format (im Gegensatz zur Erstausgabe) verlieren, wiegen das die Inhalte denn doch auf.

Draußen war es kalte Nacht

Mischa Bär ist schon ein Typ. Und erst Mama Bär. So viel Liebe und Geduld und Wissen, was es braucht, um eine Situation zum Guten zu führen. Wenig, aber immer richtig. Mehr braucht es nicht für diese drei Bücher in einem fast quadratischen Sammelband mit drei Geschichten.

Die erste dreht sich um das Ritual beim Einschlafen. Immer fehlt noch was für Mischa, und Mama Bär weiß, was es ist und liefert es. Nasenküsse sind das, was man durchaus mehrfach machen kann und muss. In der zweiten ist Mischa ein bisschen erkältet und muss Medizin nehmen, was er denn letztlich auch macht. Und in der dritten dreht es sich darum, dass Mischa ganz allein den kleinen Kuchen die Einfahrt des Freundes hoch trägt und vor die Tür legt. Eine schöne Idee, die sich – im Gegensatz zu so manch anderem Brauch (Halloween - brrrhh) – leider (noch) nicht durchgesetzt hat.

Anita Jeram hat einen knuddeligen Mischa geschaffen und eine große und etwas tapsige Mama. Den Hintergrund malt sie oft braun mit grobem Pinsel und viel Wasser in der Farbe, die Bären sind oft von Grün umgeben (mit rotem Komplementär-Kontrast über die Zudecke oder den Schal oder das Feuer).

Mama wie Mischa strahlen eine solche Ruhe und Gelassenheit aus, dass es nur eines gibt: Genau so zu werden wie einer von beiden. Das könnte uns auch gelingen, wenn wir all das andere, was uns bedrängt, genau so mit Missachtung strafen wie die beiden.

Gelingt das in unserer Wirklichkeit? Schön wär’s allemal.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en