Mario Giordano:
Leonardos Katze.
Kunst und Geheimnisse des Leonardo da Vinci

Berlin: Aufbau 2006.

ISBN 3-351-04069-5.
64 Seiten.
20,00  €.

Ab 05 Jahre.

 

 

 

Mit einem kleinen Trick schärft Giordano die Augen der Betrachter: Finde den Ausschnitt links auf dem Bild rechts. Dazu hier die Schablone. Rechts also immer Bilder von Leonardo, links erläuternder Text und ein Ausschnitt-Quadrat. Nicht verlieren!

Universalgenie

Leonardo da Vinci war Linkshänder und schrieb (zumeist) Spiegel verkehrt. Er interessiert sich für alles, schrieb alles auf, versah alles mit Skizzen, war neugierig bis tief in verbotene Gebiete hinein (z.B. die Anatomie). Er war aber so sehr in die Planungen seiner Bilder vertieft, dass er sie häufig nicht zu Ende führte und nur Teile ausarbeitete, andere dagegen in der Planungsphase beließ.
Er erfand nicht nur viele neue Gegenstände, die zur damaligen Zeit noch nicht verwirklicht werden konnten, sondern auch neue Maltechniken. Eine nannte er „sfumato“. Ein rauchiges Licht sollte Personen „lebendig und wie verzaubert wirken“ lassen. Er zeichnet vollkommene Schönheit wie auch außergewöhnliche Hässlichkeit. Und immer ließ er mathematische Berechnungen einfließen, versuchte die „Quadratur des Kreises“ mit dem „Goldenen Schnitt“ in Verbindung zu bringen mit dem wohl-proportionierten Menschen.
Zwei seiner Werke wurden über die Maßen bekannt: Das letzte Abendmahl und die Mona Lisa. Aber, das wissen wir spätestens seit diesem Buch, Leonardo war viel, viel mehr als zwei bekannte Bilder.

 Giordano würzt das Buch mit sieben eingestreuten kurzen Sinnsprüchen, die gleichsam als Überschriften für das Folgende dienen können, aber auch ansonsten zum Aufmerken oder Nachdenken: „Der Mensch, ein Augenwesen, braucht das Bild.“ oder „Die Bewegung ist die Ursache jeglichen Lebens.“ oder auch „Bedenke, dass du die Sorgfalt eher lernen sollst als die Fertigkeit.“ Er findet darüber hinaus einen leichten Ton und wenige Worte, um den Menschen Leonardo da Vinci darzustellen, mit dem man gar nicht fertig werden kann. Auch das drückt er aus.

 Der Autor widmet das Buch am Ende Ute Blaich. In der Tat zeichnete diese nicht nur für die wunderbare Erneuerung des Bilderbuchs beim Aufbau Verlag, sondern auch für eine ebenso wunderbare Kunst-Reihe für Kinder bei dtv verantwortlich. Und überhaupt.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en