Sepp Bauer & Else Wenz-Viëtor:
Die Christrose.

Oldenburg: Lappan 2006.

ISBN 3-8303-1113-3.
32 Seiten.
9,95  €.

Ab 04 Jahre.

 

 

 

Ein Weihnachtsmärchen, das am Vorabend des 6. Dezembers beginnt und sich bis zum 24. erstreckt und mit je einem Bild versehen ist. Soweit. Das Besondere ist, dass die Erstausgabe ca. 1920 erschien und eine gehörige Portion Nostalgie zu akzeptieren ist. Das ist zu Weihnachten nicht das schlimmste.

1920, Weihnachten

Den Beruf des Holzhackers gibt es nicht mehr. Hier ist aber einer sehr krank, und seine Kinder Gretl und Fritz suchen beim Nikolaus um Hilfe nach. Der weiß, dass es eine Möglichkeit gibt, jedoch ist die Reise der Kinder zum König Winter gefährlich. Ob dem Vater damit wirklich geholfen werden kann, ist zudem nicht gesichtert.
Die Kinder fragen sich vom Eichhörnchen über den Hasen, das Reh, den Hirsch, die Wildgans, den Eisbären und dem Schneeriesen durch bis zum König Winter, der sehr streng mit ihnen spricht.
Doch die Kinder wissen, dass es um das Leben ihres Vaters geht, erhalten dann wirklich eine Schneerose und eilen zurück. Jedoch ist die Heimkehr mit anderen und schlimmen Prüfungen gespickt: Wölfe lauern – und dann sogar ein Umweg über den Ort, an dem die Engel leben und das Christkind und der Nikolaus auch. Und alles geht auch noch so gut aus, dass wir fast meinen, es wäre schön, wenn man arm ist und der Himmel ein Einsehen hat mit zwei mutigen Kindern, damit ein Holzhacker weiter leben kann, um seine Familie auch weiterhin zu ernähren.

Ja, die Geschichte hat in unserer Zeit nicht nur einen Hauch von Kitsch. Sie ist sogar im Sinn von Sozialer Gerechtigkeit ein Schlag ins Gesicht, da zu keinem Zeitpunkt gefragt wird, warum es dem armen Holzhacker so geht wie es nun einmal ist. Dennoch wärmt einem die Geschichte das Herz, weil eine schlimme Situation noch einmal gebannt werden konnte.

Die je beigefügten rechteckigen Bilder tragen alle eine blaue oder rote Zahl (6 bis 24), die nur dann weiß wird, wenn wir uns im Himmel befinden. Die Bilder selbst sind, vorsichtig ausgedrückt, sehr traditionell und zeigen wenige Einzelheiten, so dass Gesichter tatsächlich aus fast nur . . , - bestehen, gerötete Backen eingeschlossen.

Als nostalgisches Buch mit einem sehr schönen Titelbild durchaus zu empfehlen – für welches Alter auch immer.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en