Lorenz Pauli & Kathrin Schärer:
mutig, mutig.

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2006.

ISBN 3-7152-0518-0.
32 Seiten.
13,90  €.

Ab 03 Jahre

 

 

 

Herrliche vier Freunde malt Kathrin Schärer: Spatz, Maus, Schnecke und Frosch. Alle vier lungern herum und überlegen, was sie so machen könnten. Mut beweisen - schlägt die Maus vor, und die anderen akzeptieren, dass es für eine Maus wirklich mutig ist, durch den Teich zu tauchen. Jedem fällt etwas ein, nur der Spatz hat zunächst Schwierigkeiten.

Wirklich mutig

Kinder mögen Wiederholungen – vor allem, wenn sie nur fast identisch sind. Hier fiel Lorenz Pauli das Beifall-Klatschen dazu ein: Der Frosch klatscht mit den Schwimmhäuten, die Maus mit den Pfoten, der Spatz mit den Flügeln und die Schnecke mit den Fühlern. Da immer eins der Tiere in der Geschichte etwas macht, klatschen die drei anderen. Wiederholung also, aber nur fast.

Genau so ist es mit den mutigen Taten, die den einzelnen Tieren einfallen. Das was für den einen richtig viel Mut erfordert (die Maus taucht durch den Teich und zurück), wäre für einen anderen (Frosch) ein leichtes Spiel. So geht es auch mit den anderen Mutproben. Die letzte jedoch bedarf einiger Zeit, bis die drei anderen begreifen, was daran denn nun mutig ist. Wir brauchen übrigens mindest so viel Zeit – und dabei müssen wir das eventuell auch noch unseren Kindern oder Enkeln erklären und ähnliche Situationen aus der Welt der Kinder suchen, damit wir wissen, was denn daran so mutig ist zu sagen, dass man nicht mit machen will.

 Eine Geschichte, in der stimmigerweise Tiere die Rolle der Menschen übernehmen, denn es müssen ja Fachleute für Grünfutteressen oder für Hausverlassen dabei sein. Und wenn man dazu sich noch das Schlussbild anschaut, dann ist einem auch sofort kuschelig zu Mute. So können nur wahre Freunde miteinander hocken.
Es gibt aber nicht nur dieses wunderbare und ungewöhnliche Bild, sondern deren vierzehn. Das sind alle, die zumindest ganzseitig sind. Die anderen, kleine Beigaben zum Text oder für den Schmutztitel, sind aber genau so. Haltung und Gestik, Blick und Nähe oder Ferne zum anderen treffen je genau die Situation. Und die sind ungewöhnlich genug, dass wir auch dort sehr viel zu schauen haben.

Wir haben nur eine Schwierigkeit: Welches der vier wunderbaren Tiere ist mein Identifikationswesen?

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en