Arthur Geisert:
Licht aus.

Aus dem Englischen von Kathrin Jokusch.
Hildesheim: Gerstenberg 2006.

ISBN 3-8067-5136-6.
32 Seiten.
12,90  €.

Ab 04 Jahre.

 

 

 

Ein Bilderbuch mit ganz wenig Text: Um acht Uhr muss das kleine Schweinchen das Licht ausmachen. Vorher aber muss es eingeschlafen sein, denn es fürchtet sich, im Funkeln einzuschlafen. Eine scheinbar ausweglose Situation, doch da hat es eine Idee, die ohne Worte auskommt.

Kettenreaktion

Vater, Mutter, Kind sind aus der Familie der Schweine. Das Kind ist Ich-Erzähler und wohnt im obersten Stockwerk des Wohnhauses. Das Besondere: Es kann nicht im Dunkeln einschlafen, soll aber selbst das Licht ausmachen. Da hilft nur eins: Eine Zeit verzögernde Erfindung zu machen. Und die gelingt in (wie wir am Schluss sehen werden) 29 Schritten über eine Bahn aus Drähten, Seilen, Haken und diversen Hilfsmitteln, die in einer Art von Kettenreaktion jeweils ausgelöst werden.

Die Bilder geben detailliert oder in einer Übersicht den Ablauf wieder. Während Papa Schwein Fernsehen schaut und Mama Schwein eine große Decke strickt, wird durch einen Zug an einer Leine auf dem Dachboden zunächst über einen Scherenschnitt und einem Lot-Pendel ein Domino-Effekt ausgelöst, der über den Dachboden und die Außenwand zum Keller und unter dem Erdgeschoss entlang wieder nach draußen, nach oben und durch das Dach über eine kleine Umleitung zur Lampe verläuft. Das dauert seine Zeit und reicht aus, um den Kleinen einschlafen zu lassen.

Die Bilder sind geprägt von eng und fast parallel verlaufenden Linien, die mit dem Lineal gezogen sind und die Flächen strukturieren. Der Mond wird ebenso ausgespart wie der Lichtschein der Nachttischlampe, die noch eine ganze Weile einen Kreis an die Wand wirft. Wenig und zumeist dezente Farben lassen den Eindruck von kolorierten Schwarz-Weiß Zeichnungen entstehen, wobei im Wesentlichen klare Farben verwendet werden (Rot-Gelb-Grün, wobei das Gelb stumpf, das Grün leuchtend ist, ein wenig Blau).

 Eine schöne kleine Idee, die der „Was passiert dann“-Maschine folgt. Warum allerdings keine Menschen, sondern Schweine gezeichnet werden, die deutlich in menschlicher Umgebung mit menschlichen Verhaltensweisen agieren, bleibt unklar, ist durch die Geschichte nicht zu begründen und trägt auch nicht mit zusätzlichem Witz bei.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en