Joëlle Jolivet:
Fast alles.

Text von Laura Jaffé
Aus dem Französischen von Violeta Topalova & Cornelia Stoll
Hamburg: Carlsen 2006.

ISBN 3-551-51661-8.
40 Seiten.
22,00  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

 

4 Themen aus der Natur, 8 aus vom Menschen gestalteten Bereichen: die großformatigen Doppelseiten lassen kaum Hintergrund, jeder Platz wird von den Bildern genutzt, denn es soll ja möglichst alles zu sehen sein, was es zu dem Thema zu sehen gibt. Na ja, fast gelingt dieses Anliegen. Dagegen gelingt ein wirklich gutes Bilderbuch.

So ist das mit dem „fast“

Aus der Natur werden vier Doppelseiten gestaltet: Bäume und Blumen / Obst und Gemüse / Tiere / der menschliche Körper. Joëlle Jolivet zieht einen großen Rahmen (den sie selbst mehrfach überzeichnet) und in diesen hinein zunächst einige große Objekte. In die entstehenden Lücken kommen dann kleinere, und dort wiederum noch kleinere. So entsteht ein buntes Kaleidoskop, bei dem dennoch jedes einzelne Objekt durch die je schwarze Umrahmung der Fläche deutlich sichtbar ist. Jedes Objekt ist mit schmaler Schrift kurz erklärt (Ginkgo, Jasmin, Topinambur, Wal, Wollmammut, Wadenbein usw.), so dass eindeutig das Bild das Wichtige bleibt.
Die acht anderen Themen reichen von historischen Kostümen über Werkzeuge und Fahrzeugen bis zu Musikinstrumenten. Dort sind dann auch so exotische aufgeführt wie Lithophon, Serpent, Didgeridoo oder auch das Olifant, jenes sagenhafte Horn Rolands aus dem Zahn eines Elefanten hergestellt.
Es folgen sechs Seiten mit Erklärungen, bei denen jedes erwähnte Objekt mit einer bis fünf Zeilen beschrieben wird.

 

Eine schöne Idee, die noch schöner ausgeführt wurde und jedem Wimmelbuch Paroli bieten kann. Mit Kindern ab drei Jahre kann man schöne „Schau genau“ Spiele machen, Farben lernen, in die Vergangenheit schauen oder Tiere und Pflanzen kennen lernen. Besonders interessant wird die Seite des menschlichen Körpers, wenn das Kind sein „Ich“ entdeckt – auch wenn die Schnitte sich nicht gleich erschließen. Knochen und Muskeln kann man erfühlen und nachspüren, das Herz klopfen hören und Gerüche in die Nase lassen.

Einen Nachteil hat das Buch allerdings auch: Es passt in kein Regal.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en