Anushka Ravishankar, Sorosj Rao & Durga Bai:
Eins, zwei, drei!

Aus dem Englischen von Anu Stohner.
Illustrationen von Durga Bai

München: Hanser 2006.

ISBN 3-445-20636-1.
48 Seiten.
12,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

 

Die Malkunst der Gund in Zentralindien ähnelt aus der Entfernung sehr der der Aborigines in Australien. Viele kleine Linien in vorgezeichneten Flächen schaffen eine merkwürdige Welt des Großen im Kleinen. Dabei dreht es sich nur um die Zahlen von eins bis zehn, aber so hat man die Darstellung noch nie gesehen. Sehr geschmacksbildend!

Elefanten auf einem Baum

Ein einfacher Aufbau. Aufsteigenden Zahlen werden Tiere zugeordnet („7 – Hirsche hüpfen“) und auf der nächsten Seite auf den Baum geschickt („Sieben Hirsche hüpfen flink von Ast zu Ast.“) Die übernächste Seite reimt sich dann mit diesem Text.
Der Bilduntergrund (je rechts, wie es sich für ein Bilder-Buch gehört) ist einfarbig, jedoch immer unterschiedlich. Es beginnt mit einem Gelb-Orange und einem Baum in der oben bereits erwähnten Maltechnik. Der Baum verzweigt sich in fünf bis sechs Stufen, ohne dass er realistisch wie ein Baum ausschaut. Seine Wurzeln ähneln eher einem Rocksaum, sein Stamm wie auch die Zweige sind in Segmente unterteilt. Krakeluren füllen die Flächen.
Die jeweils vorgestellten Tiere ähneln wirklich nur sehr entfernt wahren Tieren. Immerhin erhält die Ameise ein Beißwerkzeug, flinke Echsen folgen ihr. Ratten, Kaninchen, Hunde, Ferkel, Hirsche, Hyänen, Schlummerkühe und letztlich 10 Elefanten bevölkern den Baum. So viele? Kann der Baum das halten?

Mit „Bäume haben Kraft“ endet der Text. Also: Natürlich, klar doch, selbstverständlich. Und: Die Tiere tun sich untereinander auch kein Leid. Und sie sind nicht deutlich unterschiedlich groß, ja, im Abschlussbild ragt die kleine Ameise an der Spitze des fast quadratisch wirkenden Baums ziemlich groß heraus, wohl auch, um die Wichtigkeit gerade der kleinen Wesen zu unterstreichen.

Solch ein kleines Wesen schaut sich dieses Buch auch sehr gern an. Und noch einmal und noch einmal. Und wenn man schön vorliest, dann wird auch der Reim erkannt.

Ein Buch mit vielen tollen Bildern und einer kleinen Botschaft.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en