Susa Hämmerle & Peter Friedl nach P. I. Tschaikowsky:
Der Nussknacker.

Wien: Annette Betz bei Ueberreuter 2006.

ISBN 3-219-11258-7.
32 Seiten.
19,95  €.

Ab 05 Jahre.

 

 

 

Die Geschichte zum Ballett. Clara Stahlbaum träumt in der Weihnachtsnacht, dass sie in die Schlacht der Mäuse gegen den Nussknacker und seine Zinnsoldaten eingreift und dafür vom Prinz in das Schloss der Zuckerfee eingeladen wird. Am Morgen ist der Traum vorbei – und der defekte Nussknacker wieder heil.

Nussknackertraum

Es ist Weihnachten, die Gäste werden erwartet. Immer noch fehlt Onkel Drosselmeyer, der immer etwas Besonderes für die Kinder hat. Die empfindlichen Aufziehpuppen dürfen die Kinder nur anschauen, dafür erhalten sie einen Nussknacker. Fritz füttert ihn mit einer zu großen Nuss und sein Oberkiefer bricht auseinander. Clara weint sich in den Schlaf und wird im Traum Teil einer abenteuerlichen Geschichte. Die beginnt mit der Schlacht zwischen Mäusekönig und Nussknacker und ihren Truppen, in die Clara mittels ihres Pantoffels eingreift. Sogleich verwandelt sich der Nussknacker in einen stattlichen Prinzen, der Clara ins Reich der Zuckerfee entführt.
Immer, wenn es am spannendsten ist, wacht man auf. O Wunder, der Nussknacker ist geleimt! Darüber freut sich Clara so, das sie nicht bemerkt, wie ihr Lieblingsonkel leise den Raum verlässt.

Der Text ist in die häufig ganzseitigen Bilder integriert. Sie entwerfen eine großbürgerliche Welt des späten 19. Jahrhunderts, in dem die Räume und Accessoires stimmig dargestellt sind. Die kolorierten Flächen sind mit schwarzem dünnen Strich strukturiert, allein die Gesichter sind etwas zu einfach geraten und drücken nur sehr bedingt und vereinfacht Gefühle aus. Den Text verstehen auch 5-jährige Kinder durchaus, wenn man ihnen einige wenige Erklärungen mit an die Hand gibt. Das ist ja auch gar nicht schlimm, wenn sich Vorleser und Hörer ein wenig über das Buch hinaus unterhalten und sich öffnen. Trotz der Andeutungen von Traum und Wirklichkeit bedarf es immer wieder des Hinweises, inwieweit wir Realität erfahren dürfen oder Träumen folgen. Da gibt es weiteren Gesprächsbedarf.

Dem Buch mitgegeben ist eine Audio-CD mit 14 tracks: Tschaikowskys Ballett-Musik, zum Teil leicht gekürzt und vom Tschechisch-Slowakischen Radio-Symphonie-Orchester eingespielt. Die kann wenigstens eine zeitlang im Hintergrund laufen, während wir das Buch vorlesen. Damit kann man auch die Einschlafmusik bestücken, man kann aber auch einfach zuhören. Aber das dürfte heutigen Kindern um 5 bis 6 Jahren schwer fallen.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en