Hans Ulrich Osterwalder:
Alle meine Knochen – einer gebrochen.

Aus dem Französischen von Hans ten Doornkaat & Tobias Scheffel
Wissenschaftliche Beratung Dr. med. Stefan Altermatt.

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2006.

ISBN 3-7152-0520-2.
48 Seiten.
13,90  €.

Ab 06 Jahre.

 

 

 

208 Knochen und Knöchelchen vom Hinterhauptbein bis zum Steißbein sind auf den beiden Umschlaginnenseiten. Dazwischen wird die Geschichte von einem Schienbeinbruch erzählt und wunderbar und sehr ungewöhnlich illustriert. Ein Sachbuch mit ästhetischem Anspruch.

Das ist doch (k)ein Beinbruch

11 Doppelseiten erzählen die Geschichte von Viktor, seinem Zank mit Jonas, seinem Treppensturz und dem Bruch des Schienbeins. Viktor wird zum Krankenhaus gefahren, geröntgt, und mit einem Gipsverband versehen darf er bald wieder nach Hause. „In sechs bis acht Wochen ist das Bein wieder geheilt“, sagt der Arzt. Die Schulkinder dürfen das Gipsbein bemalen.
Die Darstellung der Szenen gelingt im Wesentlichen mit halb-transparenten Schattenrissen, die zum Teil selbst wiederum Schatten werfen oder durch einen zweiten Bewegung vorspiegeln. Auch wenn ihre Farbe im Prinzip schwarz ist, so unterscheiden sie sich doch farblich leicht. Der Hintergrund ist zumeist einfarbig, hier ein senkrechter schwarzer Balken, dort ein kleiner schwarzer Kasten, die Silhouette einer Treppe. Alle Personen stehen auf dem schmalen schwarzen Rand unten auf der Seite. Alles sehr ungewöhnlich und sehr einprägsam

 Ein ausführlicher Sachteil, der sehr großformatig daherkommt und sich von der Rahmenhandlung deutlich unterscheidet, ist in die Geschichte eingeschoben. In starker Vergrößerung erfahren wir sehr farbig und klar dargestellt den Aufbau eines Knochens und wie er sich selbst repariert und wie die Reparateure heißen. Für die äußeren Wiederhersteller, die Ärzte also, stehen diverse Hilfsmittel zur Verfügung, von denen wir hoffen, dass sie bei uns am besten nicht zum Einsatz kommen müssen.

 Eine tolle Konzeption sehr kreativ umgesetzt! Das Buch darf einfach in keinem Krankenhaus fehlen, aber auch in Arztpraxen ist es überhaupt nicht Fehl am Platz und auch nicht zu Hause – nicht nur, aber besonders, wenn der Knochen wirklich einmal gebrochen sein sollte.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en