Birger Koch:
Wau sucht eine Frau.

Zürich: bohem press 2006.

ISBN 3-85581-437-6.
28 Seiten.
13,50  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

 

Je 36 verschiedene Tiere sind auf den Buch-Innen-Umschlags-Seiten abgebildet, alles potentielle Frauen für den Hund Wau, der sich sehr einsam fühlt. Letztlich findet er zwar keine Frau, aber immerhin ein „Frauchen“. Eigentlich ein merkwürdiges Wort, oder?

Frauchen oder Frau

Josephine heißt das Mädchen, das mit ihrem Schlitten voll gegen Waus Haus fährt und ihn damit rettet vor Vereinsamung und Erkältung. Im Haus der Menschen ist es wunderbar warm, und das Mädchen sorgt gleich rührend für ihn: Bad, Körbchen, Kuschel.
Bevor es soweit ist, führt uns Birger Koch diverse Tiere als Partner für Wau vor, aber weder Kuh, noch Maus oder Huhn, nicht Schaf („…mit Hunden hat man nur Probleme…“) und erst recht nicht Ferkel und, man glaubt es kaum, auch nicht Pudeldame.

Wau ist einfach gemalt, gut wieder erkennbar. Sein Körper ist dick schwarz umrahmt, seine Ohren sind groß und nehmen fast die Hälfte des Kopfes ein. Jung ist Wau, verspielt und naiv, denn wie sonst könnte man sich eine Frau im beliebigen Tierreich suchen und sich beim Hahn vielleicht noch eine Lektion einhandeln.

Die Bildorte und –größe wechseln, der Text ist je deutlich abgehoben und trägt außerdem ein kleines Bild. Das ist zumeist kuschelig wie der Schluss. Da sitzen Mama und Papa im Mittelgrund zusammen mit einer Katze, im Vordergrund schmust Wau behaglich mit Josephine und an das große Fenster im Hintergrund drücken sich die Tiere aus der Buch-Innen-Umschlagsseiten die Nasen platt.

Ja, Wau hat es geschafft.

Ich auch, denn ich kuschele gerade während des Vorlesens. Und draußen sind die ersten Schneeflocken. Ach.

Oder ein Kuschelbuch für die ersten kalten Tage, für die ersten Abende mit der blauen Stunde? Ja, auch.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en