Katy Couprie & Antonin Louchard:
Die ganze Kunst.

Hildesheim: Gerstenberg 2006.

ISBN 3-8067-5135-8.
256 Seiten.
14,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Aus „Der ganze Louvre“ (Übersetzung des Originaltitels) wird kurzerhand „Die ganze Kunst“. Und darüber lässt sich schon mal streiten. 256 unkommentierte Seiten Kunst im Format 15x15 cm lassen viel Raum zum Sprechen und liefern Ideen zum Nachmachen.

Assoziationsketten

Die Assoziationsketten der beiden sind bereits aus anderen Büchern („Die ganze Welt“ / „Mein Garten“ / „Guten Appetit!“ - alle auch bei Gerstenberg erschienen) bekannt. Man kann das Buch irgendwo aufschlagen und beginnt entweder nach vorn oder nach hinten zu blättern, Es entstehen kleine Geschichten, die man beim Anschauen gern verbalisieren kann: „Wir sind im alten Ägypten. / Ein Schreiber notiert den Text, / den die Lehrerin ihren Kindern diktiert. / Fritz schreibt heute nur Krickel-Krackel. / Dabei kann er doch schon so gut Briefe schreiben. / Die Briefmarke, die er auf …“ und so weiter. Am besten schaut man zu zweit oder zu dritt und spinnt die Geschichte anhand der Bilder zusammen weiter.

 Die beiden Herausgeber haben wieder nicht nur Fertiges (hier: Bilder aus dem Louvre) abgebildet, sondern selber Hand angelegt, indem sie die Bilder verfremden, ihnen einen Hasen (running gag!) hineinmalen, sie übermalen, sie selbst neu skizzieren, Fotos einfügen usw. Der Verlag beschreibt, dass sie sich mit einer Sondergenehmigung viele Nächte lang im Louvre in Paris aufhalten durften, wenn also keine Besucher da sind, und ihrer Fantasie freien Lauf ließen und sich nicht scheuten, auch respektlos zu sein. Hinter „Magdalena mit der Nachtlampe“ malen sie einen Totenschädel ohne Unterkiefer, an den ein Handy gelehnt ist („Ohne Neuigkeiten vom Verstorbenen“ wird es genannt).

Die Bildtitel werden am Schluss chronologisch aneinander gefügt (übersetzt von Uta Kriesten). Manchmal muss man etwas suchen, bis man sich einfindet auf die richtige Überschrift, zumeist interessiert sie aber nicht weiter, denn die Bilder sprechen für sich.

 Und wir (das sind alle Alterstufen ab ca. 3 bis 4 Jahren) miteinander mit ihnen und über sie.

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en