Jochen Stuhrman:
Ernesto – Eine lange Reise auf kurzen Beinen.

Zürich: Bajazzo 2006.

ISBN 3-907588-69-X.
28 Seiten.
13,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Hund erhält Post und forscht nach, da er die Schrift nicht lesen kann. Helfende „Menschen“ (alle Personen werden von Tiefen gespielt), bringen ihn bis zu den Fidji-Inseln, also ganz weit weg. Da klärt sich dann alles als Irrtum auf. Also alles umsonst? Nein, jedes Ding hat sein Gutes, denn der Hund Ernesto hat ganz viele Freunde gewonnen, aber das erfährt er erst zu Hause.

Leguan an Wachhund

Alle Namen der beteiligten „Personen“ sind Alliterationen, nur nicht der von Ernesto. Der hat auch gar keinen Nachnamen, ist aber Mittelpunkt der Geschichte. Der Hund Ernesto erhält nämlich eine Postkarte, die aber weder er noch sonst jemand, den er zunächst um Hilfe bittet, entziffern kann. Also macht er sich auf den Weg zum Absender, wird immer hilfreich weiter gereicht, bis sich schließlich herausstellt, dass die Postkarte fehlgeleitet wurde. Na so was!
Tief enttäuscht kehrt Ernesto zurück, aber die Welt hat sich inzwischen geändert. Seine ruhige Welt der Abgeschiedenheit gilt nicht mehr, er ist Mittelpunkt einer weltweiten Korrespondenz geworden.

Warum Jochen Stuhrmann für seine Protagonisten Tiere wählte, ist nicht ersichtlich. Es könnten ebenso Menschen sein, zumal diese Tiere wie jene handeln. Gut, er könnte nicht diesen Ernesto mit solch einem treuen Hundeblick zeichnen, und auch nicht die kleinen Gags nebenbei: Vier Hauspuschen vor dem Sessel, eine Hundeleine nebst Maulkorb an der Garderobe (für wen eigentlich?), ein Schwein in der Warteschlange mit der t-shirt-Aufschrift „Pure Porc“, einen Gorilla-Postverteiler, der zugleich per Steckbrief gesucht wird, einen blinden Maulwurf als Briefmarken-Abstempler, Brieftauben als Luftpost-Zusteller, einen Adler als Piloten usw. Aber es wäre ihm bestimmt auch entsprechende menschliche Dinge eingefallen. Ein Frosch als Angler ist auch gar nicht witzig, ein Schiff mit aufgemalten Augen und Haifischmaul dagegen schon und auch das alte Portemonnaie-am-Faden-Spiel (man selbst war versteckt und zog es weg sobald sich jemand danach bückte).

Die Grundfarbe der doppelseitigen Bilder wechselt zunächst in Rot-Braun-Tönen und später mit deutlich grünem Anteil. Ein schöner Wechsel innerhalb der Farblehre! Dass der Hund ein Haustier hat (einen Hund) und seine eigenen Briefe mit Pfotenabdrücken markiert, ist allerdings wirklich witzig.

Für Kinder ab ca. 3 Jahre, die sich in die Tier- und Menschenwelt hineindenken und sich an die große weite Welt gewöhnen sollen.