Heide Stöllinger (Bilder) & Adelheid Dahimène (Text):
Das Froschl.

St. Pölten: Residenz 2006.

ISBN 3-7017-2003-7.
40 Seiten.
14,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Wenn der Vater mit dem Sohne … Am Ende des Tages kann das kleine Froschl wirklich quaken, und sogar das Schilfhüpfen gelingt so einigermaßen. Lediglich der Rücksprung geht ein bisschen daneben. Beide besingen später den Abend eines schönen Tages.

Auch quaken will gelernt sein

Imitationslernen gelingt nicht nur in der Natur. Das gute Vorbild dient dort letztlich dem Überleben. Papa bringt seinem Sohn das richtige Quaken bei (damit kann man später die beste aller Fröschinnen anlocken) und den (Flucht-) Sprung in das Schilf, auf die Lampenputzer. Das sind schon ganz schöne Anforderungen an den Kleinen. Seine Zunge soll er auch noch anständig klebrig ausrollen, damit er kleine fliegende Insekten erwischen kann und richtig landen soll er auch noch können.
Am Ende des Buches klappt schon einiges, und Papa ist schlau genug, seinen Kleinen nicht zu überfordern. Zum Lernen gehört auch das Ausruhen und Faulenzen, vor allem, wenn sich der Tag zu Ende neigt.

Wie der Titel, so das Buch. Es dreht sich um ein „Froschl“, ein Wort, das einem Norddeutschen nicht so leicht über die Lippen kommt. Witzig zeichnet Heide Stöllinger den kleinen, der aussieht wie ein Frosch, sich aber noch gar nicht so benehmen kann, es aber offensichtlich glaubt. Das liefert ihn dem Spott aus (Libellen mit Fratzengesichtern), aber auch der liebevollen Nachsicht (Papa). Ein kleiner Frosch mit hängender Zunge, offenem Maul und nutzlos aufgeblasenen Resonanzblasen ist wirklich ein ziemlich lächerliches Wesen. Und auch die hilflosen einfachen Hüpfer vor dem gewaltigen, der hoch in die Lampenputzer-Stängel gehen soll, entbehren nicht der Komik. Allein die Überheblichkeit und der Zynismus der Maus entfachen wohl in ihm die Kräfte, es dennoch zu schaffen.
Ein süßes Wesen wurde hier also erschaffen, dem wir seine Tollpatschigkeit nachsehen wie es sein Vater auch macht. Herrlich, wie sich Vater Frosch zufrieden freut, als sein Sohn die ersten Gelsen („drei auf einen Streich“) mit seiner klebrigen Zunge einfängt.

 Das querformatige Buch mit den Hochglanzbildern, die je eine Doppelseite füllen, ist Kindern ab 3 und Eltern gleichzeitig mit gutem Gewissen zu empfehlen. Mögen beide daraus lernen.