Lauren Child:
Hubert Horatio Bieber Burg-Bartel.

Aus dem Englischen von Sophie Birkenstädt.

Hamburg: Carlsen 2005.

ISBN 3-551-51647-2.
48 Seiten.
15,00  €.

Ab 05 Jahre.

 

 

Furchtbar, furchtbar reich sind seine Eltern und sie machen, was sie machen wollen. Als das Geld knapp wird, versucht ihr Sohn, den Lebensstandard zu halten, doch es kommt alles anders, denn Geld macht nicht glücklich. Echt nicht.

Sympathische Snobs

Eine „herrschaftliche Villa in London, ein piekfeines Haus in New York und einen märchenhaften Marmorpalast in Mailand“ besitzen die Burg-Bartels. Mit ihrem Geld machen sie alles, was sie machen wollen, kaufen, was ihnen gefällt und laden zu ihren Festen ein, wer ihnen gefällt. Als sie alles haben und jeden kennen, kommt Hubert Horatio Bieber Burg-Bartel zur Welt, den sie einfach H nennen, weil sie sich den Namen nicht merken können.
Horatio ist ein kleines Genie, wie sich bald herausstellt. Er kann plötzlich sprechen und telefonieren, dann lesen, kurz darauf schwimmen und spielt mit dem zweiten Höchstbegabten (Carl Viktor der Dritte Saint-Bernards) Tischtennis. Die Eltern sind sehr weltfremd, spielen gern Gesellschaftsspiele und laden immer wieder hunderte von Menschen zu Festen und zum Essen ein. Da kommt der Bankrott ganz plötzlich – und Horatio nimmt die Sache in die Hand. Ein ziemlich überraschender Schluss folgt einige Seiten später, obwohl doch jeder weiß, dass Geld nicht glücklich macht.

Soweit erzählt Lauren Child die Geschichte einer einfachen Weisheit. Dazu malt und collagiert sie ausgesprochen gewöhnungsbedürftig. Sie benutzt dabei Rapporte, die sie vergröbert oder vergrößert, um Gegenstände darzustellen, bemalt sie auch schon mal mit schwarzen Konturen. Sie zeichnet fragile Dinge und lässt Perspektiven einfach weg, wenn es ihr nicht opportun erscheint. Die snobistischen Personen werden nicht nur im Lauf der Geschichte immer sympathischer, sondern auch ihre bildhafte Darstellung. Sie macht auch nicht den Anflug von Realismus, die rote Telefonschnur ist aufgedröselt und geht vom Hörer aus dem Bild hinaus, nicht etwa in das Telefon hinein. Und die Beine des Tischtennistisches spreizen sich wie die Beine eines Tieres (platsch! - von oben gesehen).
Als Bonbon gibt es ein Zusatzblatt, das nach oben ausgeklappt werden kann, vor dem Umblättern aber wieder eingeklappt werden muss, weil sonst die Folgeseite nicht stimmt.

 Ein sehr ungewöhnliches Buch, das sogar die Schrift-Typographie in die Bild-Gestaltung mit einbezieht. Für Kinder ab 5 Jahre und für Erwachsene mit dem Sinn, sich auch auf Neues einzulassen.