Ole Könnecke:
Ein Freund, ein guter Freund. Eine Weihnachtsgeschichte

München: Sanssouci bei Hanser  2005.

ISBN 3-7254-1378-9.
48 Seiten.
7,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Weihnachtsmann? Das ist doch der, der einmal jährlich den absoluten Stress hat, um die Geschenke rechtzeitig dort hin zu bringen, wohin sie gehören. Und nicht immer ist er willkommen oder sind seine Geschenke richtig! Und dann? Und: Wer versorgt ihn, betüddelt ihn? Von wem erhält denn er ein Geschenk? 

Weihnachten für den Weihnachtsmann

Wir kennen die Aufgaben des Weihnachtsmanns: Pflichtbewusst verlässt er noch mitten in der Nacht das warme Bett, raus in die Kälte, Geschenke aus dem Schuppen holen, Rentiere motivieren, Schlitten beladen, losfahren, feststellen, dass er das Frühstück vergessen hat. Mist!
Dann lässt uns Könnecke teilhaben an einem anderen Weihnachtsmann: So lange schlafen, bis es wirklich nicht mehr geht; ein langes Bad mit viel Schaum und Nat King Cole im Radio; Kaffee mit Croissant und Tageszeitung; mühsame Auswahl der heutigen Tageskleidung (es bleibt beim roten Mantel mit dem weißen Besatz); ein bisschen Schlittschuhlaufen; Lesen am Kamin, danach Billard mit Cognac. Halt! Da war doch noch was! Jetzt aber schnell: Baum aus dem Wald holen, schmücken, Geschenk drunter legen – gerade noch rechtzeitig. Der (erste) Weihnachtsmann öffnet die Tür und aller Stress und Ärger der letzten Stunden fällt von ihm ab. Dass wirklich jemand an ihn dachte …! Ja gut, er wünschte sich eigentlich keine Krawatte, sondern einen Pullover, aber nächstes Jahr ist ja wieder Weihnachten.

Herrlich, wie Könnecke zwischen den Unbillen, die dem (ersten) Weihnachtsmann widerfahren, und dem Gelassen-in-den-Tag-Leben des anderen wechselt. Äußerlich unterscheiden sich beide nicht: große Nase, weißer Rauschebart, rote Mütze mit Baskenmützenbommel, roter langer Mantel mit weißem (Pelz-) Besatz. Seine Protagonisten brauchen nur wenige Utensilien, um in ihrer jeweiligen Situation zu agieren. Kaum die Spur eines Bodens oder Horizonts, wenige Ecken, kaum ausgezeichnet. Aus allen Bildern sprüht der Witz, den Könnecke auch in seinem Text versteckt.

Die Botschaft des Buches steht im Titel: „Ein Freund – das ist das Beste was es gibt auf der Welt“ (sangen die Drei von der Tankstelle damals weiter). Das stimmt.