Anka Luger:
Keine Angst!

Wien: Picus 2005.

ISBN 3-85452-880-9.
32 Seiten.
14,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

 

Verwende nie Blei- oder Buntstiftzeichnungen in einem Wettbewerb. Die Jury sortiert sie gnadenlos aus. Anka Luger zeichnet nicht nur mit Blei- und Buntstift, sie schraffiert damit auch noch. Zart. Ob das gut gehen kann?

Trio

Es geht gut. Nicht nur die Fußabdrücke von Junge, Tiger und Bär, auch die Buchstaben des Textes werden von Luger gezeichnet (dann aber, wenigstens teilweise, geklont). Die Bilder auf der rechten Seite des querformatigen Buchs sowieso, und auf die kommt es in einem Bilderbuch nun mal an. Ganz zart sind die Figuren, zuerst nur Tiger, Junge, Bär, dann aber auch Menschen der Umgebung.
Die waren zunächst entzückt ob der Lieblichkeit der kleinen Drei, als aber zwei davon richtig groß und Furcht erregend wurden, war es vorbei mit der Niedlichkeit. Angst macht sich breit, fliehen muss man vor den beiden Ungeheuern, die einen bestimmt fressen wollen.
Der Junge wie die beiden Tiere verstehen die Welt nicht mehr. Sie wollen die anderen überzeugen, dass sie nichts zu befürchten hätten. Und wie?
Die Musik ist das verbindende Element. Der Junge spielt zum Entzücken der Zuhörer die Geige, Tiger und Bär tanzen dazu – und dann auch alle, die zum Konzert geladen waren: Viele Erwachsene, viele Kinder, eine große Katze. Die grauen Zeichnungen gewinnen dabei mehr und mehr an Farbe und Raumtiefe, um im letzten Bild allerdings sehr flächig und merkwürdig erstarrt zu erscheinen, so, als hätte man „Einfrieren“ gespielt.

 

Eine einfache Botschaft, dass nämlich Vieles nicht so ist, wie die Menschen glauben, dass es sei. Man muss die Menschen überzeugen, und die Musik ist ein ideales Mittel dazu.
Ein schönes Bilderbuch für Menschen ab 3 Jahre, auch wenn es Buntstift-Zeichnungen schwer haben.

 

... mit dem Preis “Eines der schönsten Bücher Österreichs 2005“ ausgezeichnet