M. Baltscheit & Ulf K.:
Leuchte, Turm, leuchte.

Leipzig: Altberliner 2005.

ISBN 3-8339-6540-1.
48 Seiten.
12,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

In dem Bilderbuch mit dem ungewöhnlich hochkantigem Format wird die Freundschaft zwischen einem Leuchtturm und seinem Leuchtturmwärter erzählt, die auch durch die Liebe zu einer Frau nicht dauerhaft gestört werden kann.

Paare kann man nicht trennen

Als Sven, der Wärter, vielleicht doch einmal fort will von der Leuchtturm-Insel, antwortet Jan, der Leuchtturm: „Ausgeschlossen! Ein Leuchtturm ist ein Leuchtturm.“ Aber als Sven dann doch verschwindet, ein Tag vergeht, ein Monat, drei Jahre – da macht sich Jan doch auf den Weg, um Sven zu finden. Doch wo er auch auftaucht, Sven ist nicht da. Selbst auf dem Mond nicht. Da mag er leuchten, wie er leuchten kann. Den Menschen auf der Erde scheint es so, als sei es der Vollmond, der sie nicht schlafen lässt.
Sven zum Beispiel. Der lebt nämlich zwischenzeitlich mit Eleonora auf einer Insel in der Südsee. Gemeinsam kehren alle drei zurück auf die kleine Leuchtturm-Insel. Das wird auch höchste Zeit, denn die Schiffe stapeln sich bereits, da sie das Licht vermissen und in der Dunkelheit oder im Nebel auflaufen. Aber jetzt ist alles wieder gut. Jan ist zurück und Sven auch. Eleonora stört überhaupt nicht. Die gehört jetzt dazu.

Witzigerweise nennt Herr Baltscheit seinen Vornamen nicht und Ulf K. nicht seinen Nachnamen. Dieser schreibt sehr kurz, lakonisch fast auf der linken Seite, jener zeichnet comichaft rechts, hochkant. Viele seiner Bilder haben Linien, die Wind bedeuten oder Bewegung oder zeitliche Abläufe, zeigen Geräusch-Worte und lieben karikaturhafte Übertreibungen (Sven hat seine Tabakpfeife, Eleonora eine Blume im Haar und eine extrem spitze Nase, Jan-der-Leuchtturm völlig unmoderne schwarze Hosen und braune Schuhe wie sie auch Sven trägt, aber kein Gesicht. Fehlen dürfen auch nicht kleine Anspielungen (auf King Kong zum Beispiel oder auf die Meuterei auf der Bounty und das Südseeglück. Der Hintergrund ist zumeist drei-farbig gehalten, wobei schon immer ein Horizont den Raum öffnet.

Es bleibt neben der Geschichte genug Witz, so dass man sich die Bilder auch gern mehrfach anschauen mag.