Heinz Janisch & Marion Goedelt:
Drei Birken.

St. Pölten: NP 2005.

ISBN 3-85326-292-9.
36 Seiten.
14,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Damit man weiß, wie schön es zu Hause ist, muss man mal die Fremde gesehen haben. Das gilt für Menschen genauso wie für Birken. Hier haben wir gleich drei, die in die Stadt gehen wollen und zum See. „Und weiter noch.“

In die Fremde

Die Birken werden noch gebührend vom Wind, von der Sonne und vom Regen verabschiedet, und dann geht es los. Aber die Stadt ist enttäuschend, sie ist betrunken und torkelt, so dass sie gleich weiter ziehen zum See. Aber dort türmt sich der Unrat im Wasser; und Ähnliches widerfährt den Dreien beim Hügel, beim Kinderspielplatz, beim Meereshafen.
Das wäre eine traurige Geschichte, wenn sie dort endete. Aber die Birken kommen zu einer Wiese, auf der Kinder mit einem Ball spielen, und zu einigen Menschen, die an einem Flussufer sitzen und sich Geschichten erzählen oder vorlesen. Eine Geschichte handelt vom Heimkommen, und da wissen sie, was sie tun müssen. Sie kehren um und werden freudig begrüßt.

Die Bilder beanspruchen Platz, der Text ist zumeist abgesetzt daneben. Marion Goedelt minimalisiert ihre Bilder, lässt große Flächen über. Sie gibt diesen Flächen eine deutliche Struktur, indem sie mit breitem, borstigem Pinsel arbeitet. Ihre Birkenstämme lässt sie weiß leuchten, gibt ihnen Gottseidank keine Beine oder so etwas Ähnliches, sie sind einfach am anderen Ort. Diesen stellt sie zunächst je ohne Menschen dar: Alles ist kaputt, deformiert, verlassen, eng, spielt verrückt. Das ändert sich erst, als die ersten Menschen auftreten. Es sind Kinder, die Ball spielen und die Besucher, unsere drei Birken, auffordern mitzumachen. Da erhalten die Bilder ein frisches Grün und einen blassblauen Himmel, und die Menschen am Flussufer sitzen an langen Tischen, essen, trinken, lesen und erzählen und sind sehr bewegt. Vor allem aber sind sie fröhlich und freundlich und lassen ihrer Fantasie freien Lauf.

Das gefällt nicht nur den Birken, das gefällt uns auch.