Barbara Veith & Anna Laura Cantone:
Von der Schnecke, die wissen wollte, wer ihr Haus geklaut hat.

Wien: Annette Betz bei Ueberreuter 2005.

ISBN 3-219-11167-X.
32 Seiten.
12,95  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Der Witz geht leider etwas unter, obwohl die Idee wirklich gut ist: Die Schnecke findet nach dem Bad ihr Haus nicht mehr wieder und bemüht darob ganz viele andere Tiere. Hätte sie doch nur unter …

Schnecke ohne Haus = ?

Schnell wird verdächtigt, wenn etwas nicht mehr so ist wie zuvor. „Wo ist mein Haus geblieben?“, fragt die Schnecke alle, die sie trifft. Jedoch hat jeder triftige Gründe, ihr ob der Frage eine Abfuhr zu erteilen. Schneckenhäuser klaut man doch nicht, es sei denn, dass man eine Verwendung dafür hätte. Nacheinander beteuern Ameise, Vogel, Maus, Eichhörnchen, Spinne, Hund, Wespe, Kuh und Katze (sowie Nacktschnecke), dass sie mit dem Verschwinden des Schneckenhauses absolut nichts zu tun haben.
Es stellt sich heraus, dass die badende Schnecke ihr Haus unter einem falschen Blatt suchte. Es war halt da und wartete auf sie, nur etwas weiter links (oder so).

 Die Bilder über die querformatige Doppelseite, unter denen der Text steht, sind gewöhnungsbedürftig. Die Schnecke zeigt piccassoesk im Profil immer beide Augen, kann aber neben ihrem Haus auch noch ihre ringförmige rote Kleidung ablegen. Die anderen genannten Tiere sehen nur im Zusammenhang mit dem Text so aus, wie beschrieben. Eine Spinne erkennt man an der Anzahl der Beine, den Hund an seiner Hütte, die Wespe an den Streifen, die Blumen an der roten bis gelben Farbe.
Alle Tiere haben „Glupsch“-Augen und dienen oft nur der Staffage für die recht dünne Geschichte, dass eine Schnecke (was sie nie tut) ihr Haus abstellt, badet, und es anschließend unter ausgerechnet einem anderen Blatt wieder sucht.
Diesen inhaltlichen Brüchen folgen die bildlichen, die oft genug die Protagonistin nur mühselig von den anderen Tieren unterscheiden lässt.

Eine schöne Geschichts-Idee wurde durch nicht adäquat illustrierte Umsetzung nicht stimmig umgesetzt, obwohl jedes Bild für sich genommen eine völlig andere Kritik verdiente. Allein das Titelbild strotzt nur so vor Kraft und Weiterschau! Schade.