Peter Stamm & Jutta Bauer:
Warum wir vor der Stadt wohnen.

Weinheim: Beltz 2005.

ISBN 3-407-79875-X.
48 Seiten.
18,00  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Siebzehn Geschichten lang wird heruntergezählt, um anschließend den Umzug zu rechtfertigen. Zunächst wohnt die Familie in der Stadt. Bis sie endlich vor der Stadt wohnen, vergehen also 16 Geschichten.

4-3-2-1 aber

Links je eine kleine Geschichte, die strukturell je ähnlich endet (4-3-2-1 aber), manchmal aber auch bewusst durchbrochen wird. Die Stationen von der Wohnung unter der Tanzschule und dem Flur mit dem blauen Licht bis zum kleinen Häuschen in der Siedlung vor der Stadt kennzeichnen einen Weg zum einfachen Glücklichsein. Die Wohn-Stationen sind: Stadt, Linienbus, Wald, Kirchendach, Geige der Tante, Hotel, Nirgendwo, Haus mit drei Telefonen, Mond, Kino, Regen, Zelt im Schnee, im Meer, Hut des Onkels, ganz allein, unter Brücken, im Traum und endlich vor der Stadt.
Man merkt an der Auswahl den Irrwitz, der aber inhaltlich gehalten wird durch die je gleiche Form der Geschichten. Der Wechsel wird wie selbstverständlich eingeleitet, weil eine Person Schwierigkeiten hat. Deshalb zogen wir … an / in den nächsten Ort.

Da träumt sich jemand den Zwischenraum von Stadt zu Vorstadt zusammen, um einen Sinn für sich zu finden. Und Jutta Bauer zeichnet die entsprechenden Bilder dazu. Dazu dient ihr nicht nur die ganze rechte Seite, auf der sie sich zu dem jeweiligen Ort und der Familie so richtig auslassen kann, dass es eine wahre Freude ist. Die Katze darf immer mitspielen, der Hund manchmal. So ist es auch mit den Strichzeichnungen unterhalb des Textes, die man fast übersieht, obwohl sie doch immer den Umzug darstellen. Viel ließe sich über einzelne Bilder sagen, hier aber nur zum letzten so viel: Da schaut ein total glückseliges Kind aus dem hohen Gras heraus, in dem der Hund kaum sichtbar ist und die Katze im Vordergrund voll konzentriert auf Vorstadtjagd geht. Im Hintergrund wird weiße Wäsche aufgehängt und ein rotes Handtuch. Die Häuser sind mehr als einfach, haben sie doch ein Walmdach. Der Weg ist aber so, wie man ihn von tausenden von Kinderzeichnungen kennt. Und aus den Schornsteinen kommt fein ein Rauch.

Schön.