Sonja Bougeava:
Zwei Schwestern bekommen Besuch.

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2005.

ISBN 3-7152-0503-2.
32 Seiten.
13,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Als die beiden Schwestern auf der einsamen Insel von ihrem Vetter Besuch bekommen, freuen sie sich noch. Als der aber sogleich beginnt, neue Regeln einzuführen und sich in die Lebensart einzumischen, wird es schwierig.

 Hilfe kann auch lästig sein

Die Hilfe beginnt harmlos: Der tropfende Wasserhahn wird repariert, dann die Lampe im Flur. Schon bald aber geht es darum, die Tiere aus dem Haus zu verbannen und dann die alten Möbel. Danach kommt das Außengelände dran. Kein Wunder, dass die beiden Schwestern krank werden und sich überlegen, wie man sich derartig lästiger Hilfe entledigen kann. Der Neffe kommt ihnen zuvor, denn mit so wenig Dankbarkeit für seine großzügigen Arbeiten hat er nicht gerechnet. Da reist er dann doch lieber wieder ab.
Gut, dass die Möbel nur auf dem Boden und nicht auf dem Müll gelandet waren. Und Farbe ist auch noch da, damit das Haus wieder umgestrichen werden kann.

Sympathisch zeichnet Bougaeva die beiden älteren Schwestern mit ihren dicken Knollen-Nasen und der breiten Hüfte. Sie meistern schon ihr Leben, sind dabei glücklich und zufrieden und sehnen sich gar nicht nach Hektik, Sauberkeit und Veränderung. Ihnen genügt das alte Grammophon, dem tropfenden Wasserhahn begegneten sie mit einer Art von Verband und unter das eine zu kurze Bein des Hockers kann man auch ein dickes Buch legen. An den Füßen tragen die beiden entweder gemütliche Hauspuschen oder ihre Gummistiefel.

Ein Loblied auf den gemütlichen Imperfektionismus! Diese Botschaft kennt jedes Kind („Räum’ dein Zimmer auf!“).