Adriana Dorsett & Henning Löhlein:
Ein Held im Schafspelz.

Leipzig: Altberliner 2005.

ISBN 3-8339-6400-6.
24 Seiten.
6,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Greg ist anders als die anderen Schafe. Während diese ihren Lebensinhalt im Fressen und Rumstehen sehen, träumt sich Greg in jedes andere Tier hinein. Das kann von Vorteil sein, wenn man ein verlorenes Schaf sucht.

Mein Retter, mein Held

In dem kleinformatigen Buch („klein und fein“ wirbt der Verlag) steckt auch eine kleine aber feine Weisheit: Auch für Träumer kommt die richtige Zeit. Das ist Greg, ein Träumer. Sieht er eine Biene und stellt er sich vor, auch eine zu sein. Er galoppiert nach Hause als sei er ein starkes Pferd. Er erhebt sich in die Lüfte wie ein Adler. Dazu muss man sich nun die Bilder vorstellen: Bienenschaf, Pferdeschaf und besonders: Adlerschaf. Entsprechend reagieren die „Normalen“ vom Belächeln bis zum herzhaften Auslachen.
Aber das vergeht ihnen bei dem schlimmen Gewitter und niemand wagt es, die Herde noch einmal zu verlassen, um Bernardine zu suchen. Diese schwierige Aufgabe kann auch nur jemand lösen, der es vermag, wie eine Ziege über die Felsen zu klettern, wie ein Jagdhund Witterung aufzunehmen, wie ein Höhlenforscher in den dunklen Wald zu gehen, wie ein Tarzan auf Ausguckbäume zu klettern, wie ein Zirkusartist zu balancieren und wie ein Lebensretter fast versunkene Schafe aus dem Schlamm zu ziehen. Kurz: Greg.

Löhlein merkt man die Freude beim Malen an. Diese Schafe sind so plump mit ihrem dicken Körper, den dünnen und kurzen Beinen und den braunen Hufen (Fremdkörper wie Schuhe) und den langen Köpfen, dass sie schon wieder sehr sympathisch sind, zumal sie auch noch verschmitzt gucken und den Mundwinkel immer leicht nach oben ziehen, freundlich also sind.

Ein schönes Textbild kommt in dem schönen kleinen Bilderbuch noch dazu, das man gern verschenken mag. Zumal das Gewitterbild nichts Falsches sagt: Die beiden kuscheln sich unter einer Buche zusammen.