Peter Stieger & Liliane Steiner:
Die Wunder-Plunder-Maschine.

Eine Geschichte zur Kunst von Jean Tinguely
Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2005.

ISBN 3-7152-0502-4.
32 Seiten.
14,90  €.

Ab 05 Jahre.

 

 

Peter Stieger hat mit seiner Geschichte dem Maschinenkünstler Tinguely ein kleines Denkmal gesetzt. Nicht zufällig ist das Buch in Zusammenarbeit mit dem Tinguely-Museum in Basel entstanden.

Tinguely

Jean Tinguely ist bekannt geworden als Künstler, Mechaniker, der mehr oder weniger zufällig gefundenen Gegenständen in einer neuen Zusammensetzung auch einen Sinn in einer bewegten Maschine gegeben hat. In dieser Geschichte stellt Stieger zuerst Gegenstände mit ihrer bisherigen Geschichte vor: Die Feder schwärmt von der luftigen Höhe, das Rennrad von der Geschwindigkeit, Hammer und Amboss sind seit je Freunde, Deckel und Eimer fast unzertrennlich. Als menschliche Hände ins Bild kommen und die Teile Stück um Stück wegnehmen, sind alle zunächst sehr verunsichert oder auch traurig (wer sprechen kann, kann auch Gefühle haben). Als sie nachher jedoch sehen, was aus ihnen geworden ist, sind alle stolz und rattern und drehen sich und machen Lärm, dass es eine wahre Freude ist.

Die Illustratorin arbeitet in Mischtechnik. Sie benutzt Collagen, die sie in ihre Bilder einfügt, und lässt viel freie Fläche, um den einzelnen Gegenständen mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit zu geben. Die gute Idee, den vorkommenden Menschen kein Gesicht zu geben und nur die Hände an den Armen zu zeichnen, durchbricht sie unnötiger Weise auf einem der Bilder.

Das Buch endet mit einer sehr informativen Doppelseite, auf der das Leben und die künstlerische Bedeutung von Tinguely dargestellt wird, auch seine Ehe mit Niki de Saint Phalle Schade, kein Hinweis auf den zum Teil gemeinsam gestalteten Tarot-Garten in der Toskana. Nicht nur für Kunstfreunde, aber als Vorbereitung für einen Besuch eines seiner Kunstwerke sehr geeignet.