Sam McBratney (Text) & Anita Jeram (Bilder):
Wen hast du am allerliebsten.

Aus dem Englischen von Gerlinde Wiencirz.

Düsseldorf: Sauerländer bei Patmos 2005.

ISBN 3-7941-5062-7.
32 Seiten.
13,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Seit der Ringparabel sind es immer drei, die sich fragen, wer denn nun am allermeisten geliebt wird. Hier sind es drei Bärchen, die zunächst in Frage stellen, ob sie, diese drei eben, die allerliebsten sind. Und dann, nachdem diese positiv beantwortet wurde, welcher der drei der Aller-aller-erste-Liebste sei.

 Liebst du mich? - Was willst du hören?

Zwei kleine Bären-Jungen, ein Mädchen. Da kann man schon ins Grübeln kommen, ob das Geschlecht eine Rolle spielt oder der weiße Fleck oder auch die Größe. So fragen die Kinder ihre Bäreneltern am Abend, und diese antworten jeweils mit den Worten des jeweils anderen. Fazit: „Wir haben euch alle drei BESONDERS lieb.“
Eine tolle Familie wird per Bild konzipiert und im Folgenden dargestellt. Die männlichen Bären sind hellbraun, die weiblichen grau. Alle haben weiße Schnauzen mit schwarzen Nasen, und alle sind ausgesprochen sympathisch gezeichnet. Die Eltern sind immer zusammen auf einer Doppelseite, denn sie gehören zusammen. Die Kinder sind auch immer nur zu dritt zu sehen, auch dann, wenn eins im Mittelpunkt des Textes steht, denn auch sie bilden eine Einheit. Zumeist sind allerdings alle fünf zu sehen, auf der rechten Seite mehr ausgezeichnet als auf der linken, wo sich dann der meiste Text zeigt.

Wunderbar, wie es Anita Jeram gelingt, mit wenigen natürlichen Dingen (Steine, Gräser, Ästen) Heimeligkeit zu erzeugen. Mehr noch, wie sie die Augenhöhe ins Bild bringt. Den Eltern nämlich gelingt es, immer in gleicher Augen-Schau-Linie mit ihren Kindern zu sein. Die ist notwendigerweise vom Kleinen zum Großen aufwärts gerichtet, aber beide bemühen sich um Ausgleich. Das Kind reckt sich nach oben, das Elternteil senkt den Kopf nach unten. Fast Nase an Nase ist der Blick nur sehr kurz. Und obwohl die Pupillen keinen zusätzlichen Impuls geben, liegt darin ganz, ganz viel Zärtlichkeit.

Den Text mag man getrost vorlesen, die Bilder zeigen es sowieso: Hier wird GELIEBT.
Das ist „Heile Welt“? Das ist „Heile Welt“! Gern. Und gern noch mehr davon!