Harriet Grunewald & Selda Marlin Soganci (Bilder):
Frau Machova wartet auf den Postmann.

Wuppertal: Peter Hammer 2005.

ISBN 3-7795-0024-8.
32 Seiten.
13,90  €.

Ab 04 Jahre.

 

 

Soganci malt auf Fichtenbrettern und lässt auch genug Raum für diesen ungewöhnlichen Hintergrund. Die Geschichte hat damit allerdings nur insofern etwas zu tun, dass auch Menschen Jahresringe zeigen, also auch Frau Machova. Bis sie die Verwirklichung ihrer Wünsche ganz in der Nähe findet, vergehen einige Bilderbuchseiten.

Wenn der Postmann …

Der Postbote ist in der Literatur wie in diversen Filmen schon öfter bemüht worden als Erfüller geheimer Wünsche. Hier wird er zunächst aber nur als Bote des Glücks von Frau Machova ersehnt. Sie erwartet immer wieder vergeblich einen Brief, und endlich erbarmt sich „jemand“. Sie erhält einen Brief: „…wollen Sie mal was mit mir unternehmen?“ Da aber der Absender verborgen bleibt, bietet der Briefträger an, dass sie ihn am nächsten Tag begleiten kann. Dann wird sich schon zeigen, wer den Brief schrieb.
Es waren weder das Krokodil, noch der Bär, Herr Sittich, der Elefant. Mehr oder weniger notgedrungen machen der Postbote und Frau Machova das Beste aus dem Tag. Und am Ende wird klar, dass die beiden wohl füreinander bestimmt sind.

Die Bilder sind bewusst „naiv“ gezeichnet, so wie die Geschichte neben den beiden Menschen ausschließlich Tiere mitspielen lässt. Wege werden aus Stoffbahnen gelegt, Nasen appliziert, die Haare sind eher widerspenstige Würmer. Es gibt keine klassischen Perspektiven, das Postfahrrad hat einen Anklang an Posthorn, ist aber ansonsten für die Wirklichkeit sehr untauglich.
Ebenso untauglich sind die Tierheime (der Iltis wohnt in einem viel zu kleinen Haus auf einem Hügel / der Elefant in seiner kitschig hellgrünen Unterhose in einem Wohnwagen – und er trägt eine riesige Brille) und das Schwimmbad, wo man in der Tat als Attraktion lediglich dem Elefanten den Buckel herunter rutschen kann.

Kinder erhalten selten Briefe. Insofern sind sie in der Situation der Frau Machova. Kinder erwarten aber auch nicht, Briefe zu erhalten. Insofern sind sie es nicht. Ja, man kann sich mit der Frau identifizieren, obwohl das Mitspielen der Tiere Schwierigkeiten dabei bereitet und die Mal- / Zeichentechnik zumindest gewöhnungsbedürftig ist. Kinder können das nicht unbedingt würdigen, was Erwachsene durchaus für „mutig geschaffen“ halten.
Was bleibt ist die Botschaft, dass auf jeden Topf ein Deckel passt - und eine mutige Illustration, die aber leider nicht allzu viele Begeisterte finden wird.