Frédéric Clément:
Verführungskünstler.
Wie Tiere zueinander finden

Aus dem Französischen von Sarah Pasquay
München: Knesebeck 2018

www.knesebeck-verlag.de

ISBN 978-3-95728-078-7
32 S * 15,00
 € * ab 05 J

 

 

 

Acht Tiere zeigen, wie sie einen Partner finden, um sich fortpflanzen zu können. Das geschieht auf sehr unterschiedliche Art. Die sehr exakten Illustrationen zeigen die Balz, nicht den Akt selbst.

Radschlagen

In Form einer Sensationsankündigung wie in einer Bude auf dem Rummelplatz zeigt uns Frédéric Clément in der Tat acht »Kreaturen«, »Geschöpfe«, »wackere Herren« und »zartfühlende Giftmischer«, die allesamt in diesem »Paradiestheater« Meister der Balz und damit der Fortpflanzung sind. Farbenprächtig die Männer, die damit auch im Mittelpunkt der ausgezeichneten Illustrationen stehen, eher unscheinbar die Frauen, ohne die die Balz allerdings gar nicht stattfinden würde.
Wenn sie nicht so originell daherkämen, fände man ihr Gehabe vielleicht ein bisschen lächerlich, auch wenn Clément sie nicht herabwürdigt, den Pfau als Sinnbild des imposanten Gehabes zum Beispiel nicht von hinten zeichnet.
Die Bilder beanspruchen die rechte Seite, die man nach dem Umblättern zuerst anschaut, nutzen aber auch jenseits der Bindung noch einen Teil der linken Seite. Sechs Tiere erhalten vier Seiten, der Paradiesvogel, der auch auf dem Cover zu sehen ist, und das Seepferdchen nur zwei. Alle Tiere werden mit den Fachnamen bedacht (Ptilonorhynchus Violaceus ist der Seidenlaubenvogel) und das Besondere herausgestellt, ohne auf weitere Details wie Größe, den engeren Lebensraum, Farbe der Eier o. ä. einzugehen.

Beeindruckend sind vor allem die detailgetreuen realistischen Zeichnungen, die zugleich die Pflanzenteile wiederum sehr unscharf wiedergeben. Die große Rosette des Kugelfisches als Ort der Eiablage leuchtet in hellem Türkis, die kleinen Dämme zeigen mit ihrem Schatten die Richtung des Sonneneinfall an und machen aus dem Meeresboden die Strahlen einer liegenden Sonne. Die vier kleinen roten Stellen im fahlen Grün mit den tiefen Nebelschwaden zeigen die Stellen am Geweih und am Kopf des Hirsches, der gerade seinen ganzen Stolz wie jedes Jahr abwarft.

Text und Bilder zeigen die Schönheit der Natur, die es zu schützen gilt. Wenn das sich neben der Bewunderung für die Illustrationen ergeben sollte, wäre es schön.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en