Sonja Danowski
Smon Smon

Zürich: Nord-Süd 2018

www.nord-sued.com

ISBN 978-3-314-10415-2

42 S * 20,00 € * ab 03 J

 

 

Die Illustratorin, die auch die Geschichte schrieb, öffnet uns eine Welt, die in vielen Dingen fremd und doch vertraut erscheint. Das gilt für den Text wie für die Bilder. Wir nehmen beide sehr gern in uns auf.

Auf dem Planeten Gon Gon

Eine ganz ungewöhnliche Geschichte hat sich Sonja Danowski ausgedacht und völlig anders gezeichnet als ihre bisherigen Bilderbücher, die sich vor allem durch ihre beeindruckenden fotorealistischen Zeichnungen von anderen Bildern abhoben. Hier erfindet sie eine ganz andere Welt mit Wesen und Dingen, die nur einige Male an die hiesige erinnern. Smon Smon lebt auf einem Planeten namens Gon Gon, und auch die anderen Namen sind jeweils doppelt und enden je auf –on: Ston Ston, Lon Lon, Ron Ron und so weiter.
Die Handlung zeigt, wie freigiebig die Titelfigur ist, so freundlich, dass ihr / ihm (Smon Smon wird sächlich im Text benannt, auch die Bilder zeigen kein eindeutiges Geschlecht an) sofort unsere Sympathie zufliegt. Das Gesicht, das wegen einer Kopfbedeckung kreisrund erscheint, ist einem menschlichen nicht unähnlich, lediglich die schwarze Nasenspitze irritiert ein wenig. Ebenso fast menschlich besitzt Smon Smon einen langen Hals, der von einem sechsrolligen Pulloverkragen verdeckt wird, Arme, die in viel zu kleinen vierfingrigen Händen enden, einen fast runden Körper und zwei Beine mit dreizehigen Füßen. Weitere Verbindungen zum Leben auf der Erde ist die Formenverwendung von Trichterpilzen, Leinen, Kugeln, Felsen. Die fremde Welt ist eine, die selbstverständlich an unsere erinnert, da wir uns ja nichts vorstellen können, was uns völlig unbekannt ist. Die Vermischung und Neuanordnung lässt uns dennoch staunen.

Kinder ab drei Jahren lieben diese Welt sofort – sowohl die Bilder wie auch den Text, wenn er entsprechend vorgelesen wird. Eine Zuordnung der Namen zu den Bildern muss / darf gar nicht beim ersten Betrachten stattfinden, das kann viel später geschehen, wenn man die Pausen beim Lesen macht, die die zuhörenden Kinder ruhig ein bisschen fordern dürfen. »Zuerst pflückt das Smon Smon ein ...«. Da wir inzwischen wissen, dass die roten runden Kugelfrüchte mit dem Lichtfleck »Ron Ron« heißen und auf Lon Lons wachsen, können wir den Satz vervollständigen.
Gehört das Buch also in die Kategorie Nonsense? Nein, denn – wie wir am Schluss sehen – hat das Smon Smon einen Partner, und nach all den Abenteuern ist es so wunderschön, wenn man sich aneinander kuschelt und gemeinsam ohne Angst und Sorge einschlafen kann.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en