Peter Schössow:
Popinga: geht baden

München: Hanser 2018

www.hanser-literaturverlage.de

ISBN 978-3-446-25877-8
22 S * 10,00 € * ab 03 J

 

 

In der großen Umhängetasche trägt der junge Herr Popinga seine Strandutensilien, die Tauchbrille bereits vor den Augen und seinen hohen Hut auf dem Kopf. Lächerlich? Ja, aber sehr sympathisch.

Am Urlaubsstrand

 

Trocken. Lakonisch. Kurze Sätze – oft ohne Verb. Der Text ist typisch für Peter Schössow. Sein junger Herr Popinga ist ein sehr schlanker, sehr langer Mann, der auch kniend die Länge der stehenden Kinder am Strand überragt. Wir erleben mit ihm einen Tag an einem südlichen Strand mit Flughafen, Sonne, Meer und Palmen. Das Hotel ist ein Hochhaus mit langen Balkonen, der Strand erfordert nicht nur Aktivitäten, sondern auch Platzbesetzung: Liege, Flossen, Schnorchel und Schwimmring, Schaufel, Handtuch und Wasserball, Sonnenschirm und Sonnencreme. Dann erst ist Ausziehen angesagt.
Popingas Hut ist so hoch wie seine Strandtasche, die umgehängt so gerade unter seine Achseln passt. Am Strand wird kurzer Strandhut getragen und Badehose, aus der die extrem dünnen Beine wie Stöcker herausragen.
Immer ist die gleißende Sonne am hellblauen Himmel, der sich dem Horizont immer heller nähert, damit das unbewegte Meer eine gerade Linie bildet.

Peter Schössow zeichnet seine Computerbilder mit klaren Schatten, die Personen mit hohen Augen, tiefer und oft eckiger Nase und breitem Mund. Außer Popinga selbst tritt nur einmal ein weiterer Erwachsener auf (der Eisverkäufer, die anderen sind eher Staffage im Wasser), ansonsten hauptsächlich die beiden Kinder, die er bereits zu Beginn beim Strandtennis stört, ihnen aber wohl später ein Eis spendiert.

Was also ist passiert? Nichts, was Kinder nicht von einem Urlaub vielleicht auf Mallorca kennen. Ein Tag eben, ein Urlaubstag am Wasser im Süden Europas. Eine kleine Erinnerung vielleicht, oder eine Vorfreude.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en