Olga de Dios:
Rosa Monster

Aus dem Spanischen von Natalja Dudek
Barcelona: ábac 2018

www.abacbooks.com

ISBN 978-84-947040-4-8
36 S * 15,00 € * ab 03 J

 

 

 

 

Monster sind anders als die anderen, auch unordentlicher. Das gilt sogar für das rosa Monster, das sich zwischen den Schwarzweißen nicht wohlfühlt und sein Heil woanders sucht – und findet.

Anders

Einer ist anders, ganz anders. Die sechs Schwarzweißen schlüpfen je aus dem Ei und gleichen sich wie es die Eier auch taten. Eins ist jedoch ganz anders, viel größer, in Ocker unterlegt und sehr unordentlich mit einem rosafarbenen Filzstift angemalt, gekritzelt ist wohl passender. Klar, dass das jede Menge Probleme mit sich bringen wird. Sechs tragen je eine Brille, einer dagegen hat nur ein riesiges Auge auf der Stirn. Sechs haben einen schwarzen, der eigenen Größe entsprechend langen Schnabel, einer hat einen riesigen breiten Mund mit roten Lippen und unregelmäßig verteilten Zähnen vor dem schwarzen Schlund. Sechs haben zarte Arme und Beine, einer hat grobschlächtige Hände und Füße, die stark nach außen zeigen. Immerhin haben alle Sieben je fünf Finger an jeder Hand und drei Zehen an jedem Fuß.
Dass das alles auf Dauer nicht gut gehen kann, ist klar. Rosa Monster macht sich bald auf den Weg in die Welt, findet dort nicht nur Freiheit, sondern auch Farben in vielen Variationen. Sechs werden später nachkommen.

Die Botschaft ist so einfach und schlüssig, wie die Bilder gezeichnet sind. Olga de Dios scheint sich gar keine Mühe gegeben zu haben. Aus den fast rechteckigen Baumstämmen ragen schmale Äste heraus als wären sie von oben hinein gesteckt. Eine einfache krumme Linie bildet einen Horizont, die Häuser haben je ein Fenster und ein schwarzes Eingangs- / Einflugloch, die weiße Wolke hat Ähnlichkeit mit einem weißen Gespenst mit Pupillenaugen und schmalem Mund, aus dem runde Zähne ragen wie Dachziegel. Aber gerade daraus ziehen die Bilder ihre Wirkung zwischen Ein- und Vielfältigkeit, verweisen darauf, wie langweilig es sein kann, wenn alles gleich ist und wie wichtig die Andersartigkeit.
Die Übertragung in unsere Welt gelingt auch Dreijährigen schon recht gut.

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en