Leila Kadri Oostendorp & Elsa Mroziewicz Bahia:
Yoga für Kinder
. Fröhliche Tier-Asanas

München: Prestel 2016

www.prestel.de

ISBN 978-3-7913-7274-7
64 S * 16,99 € * ab 04 J

 

 

 

 

Hyperaktive können ruhiger werden, Schüchterne selbstbewusster. Das Yoga-Buch für Kinder dürfen auch Erwachsene nutzen: Atmen, den eigenen Körper spüren, etwas für sich tun. Nur für sich. ‚Esoterik‘ kann man aussperren, wenn man will.

Asanas sind Körperpositionen des Yoga

Die Seitenblätter sind kartoniert, monochrom gefärbt, und filigran gezeichnete Muster bilden jeweils einen Rahmen. Das gleiche Adjektiv muss für die Illustrationen verwendet werden, die jede Übung einleiten. Auf der nächsten Doppelseite werden dann nicht nur Anweisungen gegeben (... verlagere zunächst langsam das Gewicht auf ein Bein, bis das andere so leicht wird, dass du es abheben kannst ...), die mit Strichmännchen-Zeichnungen visualisiert werden. Zugleich wird die Wirkung beschrieben und zusätzlich Tipps gegeben (... fixiere deine Augen auf einen Punkt in Augenhöhe ... Gleichgewicht ...), werden auch Eltern angesprochen. Zugleich wird auf die Wirkung der Umgebung, besonders die der Farbgebung hingewiesen.

Die unterschiedlichen Übungen sprechen auch unterschiedliche Muskeln des Körpers an, sodass im Lauf der Wiederholungen der gesamte Körper beansprucht wird. Aber nicht die Fitness steht im Vordergrund, vielmehr ist es das eigene Wohlbefinden. Und in der Tat tragen diese Übungen mit einfachen Mitteln dazu bei, sich zu konzentrieren – besonders auf sich selbst. Damit einher geht ein Wohlbefinden, das nicht unbedingt auf andere Situationen ausstrahlen muss, kann aber!

Sanskrit-Überschriften und merkwürdige Namen (Shashankasana = der Hase / Asanas = die Körperposition / Shalabhasana = die Heuschrecke / Namasté = Begrüßungsformel) bringen das Exotische in das Buch, das neugierig macht und zugleich bei Gleichgesinnten eine Verbindung herstellt.

 

Auch die, die zunächst skeptisch an das Buch herangingen, stellen schnell fest, wie einfach es ist, zunächst zur Ruhe zu kommen, um danach ein bisschen mehr von sich zu erfahren – allerdings nur Positives. Das ist nicht nur gar nicht schlimm, das ist richtig, richtig gut (wie man heute verstärkt gern sagt). Dass das gesamte Unternehmen nicht nur ernst ist, zeigt das Cover des Buches: Man sieht die Raupe, die längst Schmetterling ist, mit den für sie riesigen bunten Flügeln mit den tollen Mustern, die nur fast symmetrisch sind. Aber da sind auch zwei Stricharme und zwei Strichbeine, die zusammen mit dem Körper einen Tetraeder bilden. Das Schöne an dem flatterhaften Tier aber sind seine geschlossenen Augen, die unseren Blick auf den Mund lenken. Er ist nach oben gebogen. So fühlt man sich offensichtlich wirklich wohl in seiner Haut.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en